Transcription

Die StaatlicheVermögens- und ht 2013

UNSERE FÜHRUNGSKRÄFTEUNSERE STANDORTE

4Grußwort6Wegmarken8EINBLICKELeben und Lernenim Weltkulturerbe18UNSER TEAMWir wachsen mitunseren Aufgaben22UNSERE KOMPETENZENGemeinsam finden wirimmer die beste Lösung26Wir verkürzen dieDienstwege28Wir sind zwar keineForscher, aber Expertenfür die Forschung30Wir schaffen optimaleLehr- und Lernbedingungen32Wir sorgen für das leiblicheWohl vieler Menschen34Unsere Energiekonzepteliegen weit über dengebotenen Standards36Wir schützen unsereheimische Natur und geben„Exoten“ ein Zuhause38In unseren kulturellen Schätzenwird Geschichte verfilmt40PERSPEKTIVENDas Heute endet beiuns nicht morgen,sondern in weiter Zukunft44HAUSHALT 2013Wir rechnen mit allemund überlassen nichtsdem Zufall

Unsere FührungskräfteMinisterium für Finanzenund Wirtschaft Baden-WürttembergRolf Sutter, LeiterAbteilung Vermögenund HochbauBundesbau Baden-WürttembergReiner Trunk,Leiter LandesbetriebWolfgang Grether,Baden-BadenGabriele Gruninger,FreiburgEmil Einig,HeidelbergThomas Hofer,ReutlingenWilfried Feindura,Schwäbisch HallTilman Ruhdel,UlmVermögen und Bau Baden-WürttembergAnnette IpachÖhmann, LeiterinLandesbetriebMichael Hörrmann,GeschäftsführerSSG, BruchsalAndreas Falz,GeschäftsführerSSG, BruchsalDr. MichaelBorrmann, FreiburgKarl-Heinz Bühler,UBA FreiburgRolf Stroux,UBA HeidelbergIngo-MichaelGreiner, HeilbronnGünter Bachmann,KarlsruheThomas Steier,KonstanzRaphaelaSonnentag,LudwigsburgBernd Müller,MannheimPia Riegert-Matt,PforzheimHermann Zettler,RavensburgClaus Schüßler,Schwäbisch GmündRoland Wenk,StuttgartSybille Müller,UBA Stuttgartund HohenheimBernd Selbmann,TübingenWilmuth Lindenthal,Ulm

Unsere bisch denTübingenSchwäbisch ebsleitungAmtDie Anschriften unserer Ämterfinden Sie in der hinteren Umschlagseite

Grußwort

Aufgabe der Politik ist es, insbesondere bei allenstaatlichen Ausgaben das Notwendige unddas Wünschenswerte stets neu zu definieren.Der Dreiklang „Konsolidieren, Sanieren undInvestieren“ ist dabei ein zentraler Bestandteilunserer Politik. Wir achten darauf, dass dieInvestitionen nicht vernachlässigt werden. Dennwer den Haushalt erfolgreich konsolidierenwill, muss auch die Zukunftsfähigkeit unseresLandes im Blick haben. Zwar gehen die Investitionen primär in die Gebäudeerneuerungund damit in Sachwerte. Aber ohne Gebäudeund ihre Ausstattung können Lehrer nicht leh renund Wissenschaftler nicht forschen. Es sindalso Investitionen in die Zukunft des Innovationslandes Nr. 1 Baden-Württemberg.Auch im Bereich der Behördenunterbringunggeht es uns um zukunftsfähige Lösungen.Durch eine kompakte Unterbringung wird so wohl die Flächen- und Energieeffizienz verbessert als auch die Zusammenarbeit durchkürzere Dienstwege wirtschaftlicher. Adäquatausgestattete Diensträume ermöglichen esden Beschäftigten, sich ganz auf ihre Aufgabenzu konzentrieren.Oberste Priorität räumt die Landesregierungdem Abbau des Sanierungsbedarfs an denlandeseigenen Gebäuden ein. Dies stellt so wohleine finanzwirtschaftliche als auch logistischeHerausforderung dar. Seit 2011 haben wir dafürsukzessive Mittel in Höhe von knapp 240Millionen Euro zusätzlich bereitgestellt. Einewichtige Rolle spielt dabei die energetischeSanierung. Ich bin sicher, der Einsatz der öffentlichen Mittel lohnt sich, denn diese Haushaltsmittel wirken dreifach: wir sparen Gelddurch dauerhafte Verringerung der Energiekosten, wir sparen Energie und verringern dieCO2-Emissionen aus landeseigenen Gebäu den und wir verbessern die Arbeitsplatzqualität.2013 war für die Staatliche Vermögens- undHochbauverwaltung ein stabiles Jahr. WichtigeBaumaßnahmen konnten abgeschlossen, vieleneue begonnen werden.Unser hohes Ziel der Qualitätserhaltungund Qualitätssicherung bleibt bestehen. Dazugehören insbesondere die energetische Verbesserung der Gebäude, die Minimierung derUmweltbelastungen und das nachhaltigeBauen.Die Qualität der staatlichen Gebäude istimpulsgebend für das Bauen im Land. Diessoll auch in Zukunft so bleiben. Deshalbwerden die Herausforderungen für die Staatliche Vermögens- und Hochbauverwaltungbestehen bleiben. Ich danke den Mitarbeiter innen und Mitarbeitern der StaatlichenVermögens- und Hochbauverwaltung für dieMotivation und das Engagement bei ihrerwichtigen Arbeit. Der vorliegende Geschäftsbericht gibt Ihnen einen Einblick in dievielseitigen Aufgaben.Dr. Nils Schmid MdLStellvertretender Ministerpräsidentund Minister für Finanzen und Wirtschaftdes Landes Baden-WürttembergGRUSSWORT5

Wegmarken

Die Staatliche Vermögens- und Hochbauverwaltung hat eine verantwortungsvolle Vor bildfunktion für das Baugeschehen in BadenWürttemberg. Sie fördert entsprechend denpolitischen Zielsetzungen die baukulturelleEntwicklung; dazu gehören insbesonderedie Bewahrung und nachhaltige Erneuerungder bestehenden Liegenschaften und diebedarfsgerechte Weiterentwicklung durch Neu baumaßnahmen, unterstützt durch rechts sichere Vergabe- und Wettbewerbsverfahren.Die Neuausrichtung des staatlichen Bauwesensin Baden-Württemberg wurde durch dieErrichtung der beiden Landesbetriebe Vermögenund Bau Baden-Württemberg und BundesbauBaden-Württemberg ab dem Jahr 2004 voll zogen. Zielsetzung war und ist, die staatlichenBauaufgaben und das Liegenschaftswesen qualitativ verlässlich, bedarfsgerecht sowie terminund kostensicher zu gewährleisten. Der Statusder Landesbetriebe ermöglicht grundsätzlicheine flexible, zeitnahe Anpassung an sich verändernde Rahmenbedingungen. Die einräu mige Zuständigkeit mit ihrer Niederlassungsstruktur hat sich bewährt.Gegenüber den nutzenden Verwaltungen sindwir umfassender Dienstleister für die Bedarfs entwicklung und in der Gebäude betreuung.Außerdem sind wir verantwortlich für die strategische Lenkung und die Steuerung der Aus gaben im Rahmen der genehmigten Haushaltsmittel. Wir genießen als Fachverwaltung einhohes Ansehen im Ländervergleich und könnenauf eine Vielzahl herausragender Maßnahmenim Liegenschafts- und Baubereich in den letztenJahren zurückblicken.Wachsende Anforderungen an das Bauen imBestand, beim Bauunterhalt und in derLiegenschaftsentwicklung zeigen jedoch auchSchwächen in der strategischen, organisa torischen und der Personalentwicklungsplanungauf. Projektbezogen ist auf der operativenAusführungsebene eine noch stringentere Pro jektsteuerung und Qualitätssicherung erforderlich. Hierzu gehören gesicherte Vereinbarungenüber Projektziele wie Kosten, Termine, Standards, die Festlegung der Projektverantwort lichen sowie die Verantwortungsabgrenzung derNutzer. Um die Ziele einer flächensparendenund nachhaltigen energetischen Ent wicklungder Landesliegenschaften zu erbringen, bedarfes zukünftig einer konsequenteren Festlegungund Evaluierung standortbezogener Konzepte.Im Jahr 2013 hat ein erfahrenes Beratungs unternehmen unsere Strukturen und Prozesseanalysiert. Auf Basis der daraus resultierenden Empfehlungen wird die Landesregierungentscheiden, mit welchen Maßnahmen dieAufgabenerledigung verlässlicher und wirtschaftlicher wahrgenommen werden kann.2014 werden wir in die organisatorische undprozessuale Neuordnung einsteigen. Ich vertraue hierbei auf die breite und konstruktiveUnterstützung der gesamten Belegschaft.Rolf SutterMinisterium für Finanzen und WirtschaftBaden-WürttembergWEGMARKEN7

Einblicke

EinblickeLeben und Lernenim WeltkulturerbeEs ist schon ein besonderer Ort, an dem die Schülerinnen undSchüler des Evangelischen Seminars in Maulbronn lebenund lernen. Unweigerlich kommen einem die spannendenGeschichten aus „Burg Schreckenstein“ oder die mystischeAtmosphäre der „Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei“in den Sinn. Hier, im Kloster Maulbronn, ist indes nichtsKu lisse, sondern alles echt: Steine und Gemäuer, die seit mehrals 800 Jahren das Kloster tragen; das berühmte „Paradies“und der herrliche Kreuzgang, durch die schon Johannes Kepler,Friedrich Hölderlin und Hermann Hesse schritten. 1556 alsKlosterschule eingerichtet, belebt das Evangelische Seminarbis heute das Kloster Maulbronn. Die Seminaristen, die unsdurch die Klosteranlage begleiten, beschreiben diesen be s on deren Ort als Glücksfall. Für die Hüter der Kultur und Archi tektur ist der jahrhundertelange Schulbetrieb ein Segen. Dennohne ihn wäre das Kloster Maulbronn nicht das, was es heute ist:die am vollständigsten erhaltene mittelalterliche Klosteranlagenördlich der Alpen. Dieses einzigartige UNESCO Weltkultur erbe zu bewahren und zeitgemäß fortzuführen, ist Aufgabe desLandes b etriebs Vermögen und Bau Baden-Württemberg.Die Mitar beiter vom Amt Pforzheim tun das mit einer Wert schätzung und Leidenschaft, die ihresgleichen sucht. Dabeivertrauen sie weniger auf „Hexerei und Zauberei“, sondern ganzauf ihre Erfahrung und Kompetenz.

„ Es ist ein Privileg, hier arbeiten zu können. Zwischen allder Arbeit, die hier anfällt, hält man auch manchmal inneund genießt die Aura und die Atmosphäre dieses Ortes.“GERHARD HABERMANN UNDHOLGER PROBST, AMT PFORZHEIMGESUNDHEIT UND LEBENSQUALITÄT11

Von einem solchen Raumzum Musizieren könnenandere Schulen nur träu men: SeminarmusiklehrerSebastian Eberhardt mitmusizierenden Schülerinnen und Schülern.Leben und lernen inhistorischen Gemäuern:Die Seminaristinnen derKlassenstufen 9 bis 11 sindim einstigen herzoglichenJagdschloss untergebracht.Wenn die Schülerinnen und Schüler desEvangelischen Seminars in Maulbronn zumgemeinsamen Mittagessen im Speisesaalzusammenkommen, geht es lebhaft zu. Sie suchen sich ihren Platz an den langen Holz tischen und -bänken in der altehrwürdigenAbt-Entenfuß-Halle, die bereits im 16. Jahrhundert als Mensa errichtet wurde. Eingerahmt von den fast fünfhundert Jahre altenmassiven Säulen begrüßt Ephorus GerhardRuhl die Jugendlichen und auch uns, die wirauf einer der hinteren Bänke Platz genommenhaben. Vor dem Essen stimmt die Repeten t inein Lied an, und alle stimmen mit ein. „SolcheRituale sind wichtig“, erklärt Ruhl, als er sich anunseren Tisch setzt, „sie sind ein Stück Tra dition, vor allem aber fördern sie das Gemein schaftsgefühl.“ Alle Seminaristen kommenhier zum Frühstück, Mittagessen und Abendbrot zusammen. Sie essen, reden, tauschensich aus. Als die Abiturienten etwas später imSpeisesaal eintreffen, wird es laut. Geradehaben sie ihre Latein-Klausur hinter sich ge bracht und werden von den Mitschülern mittosendem Applaus empfangen.Insgesamt 74 Schülerinnen und Schüler derJahrgänge 9 bis 12 leben und lernen derzeitim Evangelischen Seminar Maulbronn. „DieSeminaristen erleben hier keine klassischeSchulsituation, sondern eine Lebenssituation“,betont Gerhard Ruhl. „Alle Schüler wohnenhier, auch wenn sie aus der Gegend kommen.“Jedes zweite Wochenende fahren sie nachHause. Und wenn man den Jugendlichen zu hört, weiß man nicht, ob das die richtigeBeschreibung ist. „Ich habe das Gefühl, dassich hier im Evangelischen Seminar und imKloster Maulbronn wirklich zu Hause bin“,sagt Marie Österle und beginnt zu schwärmen:vom Jagdschloss, in dem sie untergebrachtist, vom Kreuzgang, in dem sie zu sich kommt,oder vom Ephoratsgarten, wo sie sich ansonnigen Tagen zum Lernen zurückzieht. Ein- drucksvoll schildert Carolin Mücke die wöchentliche „Komplet“ in der Klosterkirche, wennalle zur Andacht bei Kerzenschein im Chorgestühl zusammenkommen. „Die Gebäudeund der ganze Klosterhof mit den Weinbergenund dem Tiefen See sind schon beeindruckend“, ergänzt Rasmus Möring, „man lebt hiernicht nur sehr schön, man lernt auch anders.“Nach dem gemeinsamen Essen führen uns dieSeminaristen durch den Ephoratsgarten hin über zum Faustturm. Der Legende nach sollder berühmte Doktor Faustus 1516 hier gewohnt und für den nicht minder berüchtigtenAbt Johann Entenfuß Gold hergestellt haben.Zurück im Herrenhaus winden wir uns durcheine enge Wendeltreppe, die wie ein dunklerGeheimgang in die oberen Stockwerke führt.Hinter einer schweren Holztür öffnet sich einlichtdurchfluteter Saal mit filigranem Netz gewölbe und deckenhohen Spitzbogenfenstern. „Von einem solchen Raum zum Musizierenkönnen andere Schulen nur träumen“, freutsich Sebastian Eberhardt. Er sitzt am Flügel unddirigiert ein kleines Schülerorchester. DieMusik ist getragen, die Architektur erhaben.

„ Ich habe das Gefühl, dass ich hier imEvangelischen Seminar und im KlosterMaulbronn wirklich zu Hause bin.“MARIE ÖSTERLE, SEMINARISTINGESUNDHEIT UND LEBENSQUALITÄT13

Denkmalpflege aufallerhöchstem Niveau:Dr. Johannes Wilhelm,Referatsleiter Denkmal pflege beim Regierungs präsidium Karlsruhe,im Ephoratsgarten desKlosters Maulbronn.Seit 2012 ist Sebastian Eberhardt Seminar musiklehrer. Nach dem Ephorus ist er dervielleicht wichtigste Mann im EvangelischenSeminar, denn die Schule hat – neben den altenSprachen – einen betont musischen Schwer punkt. Zudem ist der Seminarmusiklehrer auchkünstlerischer Leiter der KlosterkonzerteMaulbronn, einer Konzertveranstaltungsreihe,zu der seit 46 Jahren jeden Sommer inter nationale Musiker und Besucher pilgern. FürSebastian Eberhardt, der Kirchenmusik undSchulmusik studierte, ein Traumjob – zumaler in den 1990er-Jahren selbst Seminarist inMaulbronn war. „Es ist ein Ort, der einen nichtloslässt“, bekennt er, „die Atmosphäre hierim Kloster, der Unterricht in den alten Klassenzimmern, die Konzerte in der Klosterkircheoder im Laienrefektorium – das ist schonbe geisternd.“Die Begeisterung für die Geschichte undTradition dieses Ortes ist bei allen spürbar.Umgekehrt haben die Klosterschule undder Seminarbetrieb maßgeblich dazu beige tragen, dass dieser Ort in seiner originärenForm und Bausubstanz überhaupt so erhaltengeblieben ist. Das weiß auch BaudirektorGerhard Habermann, Abteilungsleiter im AmtPforzheim: „Die Klosterschule, die 1556 imZuge der Klosterordnung von Herzog Christophvon Württemberg eingerichtet wurde, hattekein Geld, um sich architektonisch auszuleben.Stattdessen wurde versucht, das Bestehendezu erhalten. Viele Sakralbauten hat man späterbarockisiert. Das ist Maulbronn – im positivenSinne – erspart geblieben.“Auf dem Gerüst, hoch über dem Dachtraufder Klostergebäude nehmen uns GerhardHabermann und Holger Probst, seit 2010 Pro- jektleiter der Baumaßnahmen im KlosterMaulbronn, an der Hand. „Bei der Sanierungdes Dachstuhls der Klosterkirche sind wirauf Holzbalken gestoßen, die noch aus derromanischen Erbauungszeit des Klostersstammen“, erzählt Holger Probst. „Die Kirchewurde 1178 geweiht. DendrochronologischeUntersuchungen haben ergeben, dass das Nadel holz für das Dachgebälk im Winter 1171/72gefällt wurde.“ Diese uralten Balken zu erhalten,gehört ebenso zur Aufgabe des Amts wie diePrüfung der historischen Dachziegel. AlleZiegel, die ersetzt werden müssen, werden inoriginalgetreuen Herstellungsverfahren imElsass gefertigt.Unten im Kreuzgang hat unterdessen derBauforscher Peter Knoch seine Arbeit aufgenommen. Im Auftrag des Amts Pforzheimmisst er das Kloster Maulbronn auf. „Wirtragen in die Pläne sogenannte Befundbeobachtungen ein, also Auffälligkeiten hinsichtlich Zustand, Veränderung oder Steinbearbeitung“, erklärt Knoch. Im Maßstab 1:20, mitBleistift auf alterungsbeständigem Karton,dokumentiert er Zustände und historische Bau fortschritte, er arbeitet im Sommer und Winter,bei Wind und Wetter. Seit Jahrzehnten istPeter Knoch regelmäßig im Kloster Maulbronntätig. Inzwischen kennt er jeden Stein undjede Fuge persönlich.

„Die Bauforschung ermöglicht uns eine wissenschaftliche Bewertung der über Jahrhunderteandauernden Bautätigkeit und der jeweiligenBauphasen“, betont Dr. Johannes Wilhelm.Seit 1996 ist er als Referatsleiter Denkmalpflegebeim Regierungspräsidium Karlsruhe maßgeblich an der wissenschaftlichen Aufarbeitungdes Klosters Maulbronn beteiligt. Sein KollegeDr. Rainer Laun ist auch schon seit 16 Jahrenmit dem Kloster betraut: „Was wir hier realisieren können, ist Denkmalpflege auf allerhöchstem Niveau. Die Aufnahme des KlostersMaulbronn in die Weltkulturerbeliste im Jahr1993 hat noch einmal einen deutlichen Impuls in der öffentlichen Wahrnehmung und inder Zuwendung durch staatliche Behördengegeben.“Früher seien die Baumaßnahmen an dentechnischen Aufgaben und auch an Stilfragender jeweiligen Zeit ausgerichtet gewesen,erklärt Dr. Wilhelm: „Heute operiert die Denk malpflege auf der Grundlage ganz andererwissenschaftlicher Standards. Wir versuchenjede Bausubstanz und Bauphase wissenschaftlich zu erfassen und zu erhalten.“ Dies geschiehtin enger Abstimmung mit den Projektleiternund Architekten vom Bauamt, die im KlosterMaulbronn nicht nur als Bauherren undProjektleiter auftreten, sondern auch alle Architektenleistungen erbringen. Eine solch fundierteZusammenarbeit ist fachlich entscheidend,und sie sichert gleichzeitig den Rang des Weltkulturerbes als kultureller Anziehungspunktfür Besucher aus aller Welt. Den Mitarbeiternder Staatlichen Schlösser und Gärten BadenWürttemberg ist dies ein zentrales Anliegen.Ihre Aufgabe ist es, möglichst vielen Besucherndas Kloster Maulbronn näherzubringen. Dasssie sich über die erst kürzlich abgeschlosseneSanierung der Klosterkirche mit der neuenOrgel und die Instandsetzung des Kreuzgangsbesonders freuen, ist kein Geheimnis. Dennnun können die Besucher diese Kostbar keiten wieder in neuem, altem Glanz erleben.Neben diesen erforderlichen Sanierungs maßnahmen wurde im Zuge der Neuordnungder Klosterschulen vor etwa sieben Jahreneines der umfassendsten Bauprojekte im KlosterMaulbronn beschlossen. Der geplanten Er höhung der Schülerzahl des EvangelischenSeminars von 50 auf maximal 100 musste auchim Hinblick auf die Unterrichtsräume unddie Unterbringungsmöglichkeiten für die Seminaristen Rechnung getragen werden. GerhardHabermann und sein Team erarbeiteten einenGesamtmaßnahmenplan für die Erweiterung,Modernisierung und Instandsetzung des Evangelischen Seminars, mit einem Investitions volumen von rund 15,4 Millionen Euro undeiner Laufzeit bis 2016.Die Umsetzung der Maßnahmen begann imJahr 2007 mit dem Ausbau der ehemaligenKlostermühle, die bis 1987 als Jugendherbergegenutzt wurde, zu einem Dorment für dieAbiturienten. Im zweiten Bauabschnitt gelanges, das Jagdschloss, in dem die Mädchen derKlassen 9 bis 11 untergebracht sind, zu modernisieren und von 25 auf 39 Unterbringungsplätze zu erweitern. Im selben Umfang wurdenim Laiendorment zusätzliche Wohnräume fürdie Jungs geschaffen. Die daran anschließenden„Weltliche“ Tore imWelt kulturerbe: Nach demUnterricht kicken dieSeminaristen in einemHinterhof der Klosteranlage.EINBLICKE15

Die Mitarbeiter des Amts Pforzheim gewährleisten die personelleund fachliche Kontinuität, die für eine fundierte bautechnischeSanierung und Instandhaltung unverzichtbar ist.

Fachliche Kontinuität undfundiertes Wissen: CarmenDennig, Seray Arikan, RolfCreyaufmüller undStéphane Castel vom AmtPforzheim, AußenstelleMaulbronn, im Kapitelsaalmit Blick in den Kreuzgang.Detailgenaue Dokumentationim Maßstab 1:20: Bau forscher Peter Knoch kenntim Kloster Maulbronninzwischen jeden Stein undjede Fuge persönlich.Umbau- und Instandsetzungsmaßnahmenim Herrendorment mit den Unterrichts-,Arbeits- und Aufenthaltsräumen der Schülersollen bis 2016 abgeschlossen sein.Die ehemalige Abt-Entenfuß-Halle wieder alsSpeisesaal in Betrieb zu nehmen, erwies sichals machbar. Dazu musste allerdings ein Küchenneubau mit direkter Verbindung zum Ephoratsgebäude realisiert werden, und zwar – wiesich herausstellen sollte – an einer archäologischäußerst empfindlichen Stelle. „Bei Grabungenstießen wir auf Pfosten, die auf die Gründerzeitdes Klosters im 12. Jahrhundert zurückgehen,zudem auf Reste eines um 1500 angelegtenFischbeckens“, erzählt Gerhard Habermann. Inder Konsequenz wurde der neue Küchenbauangehoben, er schwebt also über den archäologischen Funden. Wie sich der Küchenneubau rein äußerlich in das historische Ensembleein fügen sollte, auch darüber wurde in derPlanungsphase heftig diskutiert, erinnert sichDr. Johannes Wilhelm: „Die Charta derUNESCO plädiert ausdrücklich dafür, dassjeder Neubau innerhalb eines Kulturerbesdie Sprache seiner Zeit sprechen soll – undfür diesen Weg haben wir uns auch beimNeubau der Küche entschieden.“Die Frage, wie man die einzigartige und geschichtsträchtige Atmosphäre des Weltkultur erbes bewahren und gleichzeitig einen zeitgemäßen Internatsbetrieb und modernen Unterrichtgewährleisten kann, sei im Kloster Maulbronnallgegenwärtig, bestätigt Holger Probst: „Aberalle Beteiligten sind sich dieser besonderenSituation bewusst und ziehen an einem Strang.Das hilft ungemein bei der Planung und Realisierung aller baulichen Maßnahmen.“ Gegen seitige Rücksichtnahme und eine enge Abstimmung sind also ein hohes Gut, zumal viele Bau maßnahmen im laufenden Schulbetrieb durchgeführt werden müssen. „Der einzigartigeBezug zur Geschichte und zur Spiritualitätdieses Ortes macht zweifellos den Charmedieser Schule aus“, betont Ephorus GerhardRuhl. „Dass wir diese Tradition in zeitgemäßerForm weiterführen können, ist ein großesVerdienst der Staatlichen Vermögens- undHochbauverwaltung. Deren außergewöhnlichesEngagement wissen wir sehr zu schätzen.“Was es heißt, in einem UNESCO-Weltkulturerbe zu lehren, zu lernen und zu leben, istalso allen bewusst. Die Wertschätzung für diehistorischen Gemäuer ist auch aufseiten derSchülerinnen und Schülern sehr hoch. Undgenauso respektvoll gehen sie damit um. Drüben im Jagdschloss treffen wir am NachmittagCarolin Mücke und Marie Österle wieder,während sich die Jungs in einem Hinterhof derKlosteranlage beim Kicken aus dem Ghettoblaster beschallen lassen. Dass aus den Lautsprechern keine kirchlichen Choräle, sondernkräftige Beats ertönen, verwundert nicht. Esist ja eigentlich normal für Jugendliche ihresAlters. Aber an diesem Ort, der schon so vieleGenerationen von Seminaristen erlebt undüberlebt hat, eben doch etwas ganz Besonderes.Dr. Ralf ChristoforiEINBLICKE17

Unser Team

Unser TeamWir wachsen mitunseren AufgabenDie Entwicklung gesellschaftlicher Verhältnisse und damitzusammenhängende politische Entscheidungen sind mitkontinuierlichen baulichen Maßnahmen verbunden. Sei esder Ausbau von Hochschulen, die Polizeistrukturreformoder das Ziel einer klimaneutralen Unterbringung unsererLandes verwaltung – die vielfältigen Aufgabenfelder, diemit ihrer räumlichen und technischen Erschließung ver bunden sind, können nur durch qualifizierte Planungen underhebliche Bauinvestitionen realisiert werden.Wir, die Staatliche Vermögens- und Hochbauverwaltung,verstehen uns als umfassende Serviceeinrichtung des Landes,die diesen Aufgaben mit großem Engagement und Sachverstand nachkommt. Unter Mitwirkung von freiberuflichtätigen Architekten und Ingenieuren, Handwerksbetriebenund Bauunternehmen tragen wir dafür Sorge, dass einefunktionelle und wirtschaftliche Unterbringung der Behördenund Einrichtungen gewährleistet ist.

WIR PLANEN VORAUSSCHAUENDWIR BRINGEN NUTZUNGSWERT,UND KÖNNEN DESHALB UMSOKOSTEN UND TERMINE IN EINKLANGSCHNELLER HANDELNDas Land Baden-Württemberg ist Eigentümervon rund 8.000 Gebäuden und unterhältetwa 1.800 Anmietungen. Die Bandbreite derGebäude reicht vom Polizeiposten bis zumBarockschloss. Erfolgreiches staatliches Bauenist ohne Grundstückspolitik, ohne Grundstücksbevorratung und aktives Immobilienmanagement nicht denkbar. Bei allen Unterbringungsmaßnahmen ist eine vorausschauende,strategische Orientierung und Entwicklungsplanung unabdingbar. So wäre etwa die schnelleräumliche Expansion der Hochschulen imLand ohne unsere prospektive Grundstücks politik gar nicht möglich gewesen. Auch beiden anderen Landeseinrichtungen bewertenunsere Immobilienfachleute die Situationvor Ort und zeigen mit ihren regionalen Standortkonzepten Wege auf für eine angemesseneund wirtschaftliche Unterbringung. In Abstimmung mit den Nutzern werden alle infragekommenden Unterbringungsmöglichkeitenuntersucht und die beste Lösung realisiert.Darüber hinaus erledigen wir im Auftrag desBundes die Bauangelegenheiten für einenBestand von rund 9.000 Gebäuden in BadenWürttemberg. Das Bundesverfassungsgerichtund der Bundesgerichtshof in Karlsruhe gehörenebenso dazu wie die Liegenschaften der Bundeswehr, der Gaststreitkräfte sowie zahlreicheGebäude weiterer Bundesinstitutionen.Kostendisziplin und termingerechtes Bauenhaben gerade in der öffentlichen Verwaltungeinen besonderen Stellenwert. Das ist angesichts der steigenden Komplexität der Bauprojekte nicht immer einfach. Durch langeVorlaufphasen von der ersten Bedarfsanmeldung bis zur Baufreigabe wird es für unszunehmend schwierig, anfänglich geschätzteBaukosten bis zur Fertigstellung einzuhalten.Während der Planungs- und Bauphase erhöhterechtliche, funktionale, technische und bau liche Anforderungen an die Gebäude habenes uns in den letzten Jahren zusätzlich erschwert, Kosten präzise zu avisieren.1.684Mitarbeiterinnenund Mitarbeiterbei Vermögen und BauBaden-Württemberg588Mitarbeiterinnenund Mitarbeiterbeim BundesbauBaden-Württemberg214Personen inder AusbildungDie große Herausforderung besteht für unsdarin, auf der Basis umfangreicher Bedarfsund Bestandsanalysen sowie ausgereifterPlanung die genannten Negativeffekte weitestgehend auszuschließen. Deshalb haben wirbei der Projektsteuerung von Baumaßnahmendas Risikomanagement verbessert und vorausschauende Controllingverfahren eingeführt.Bereits bei der Erstellung von Bauunterlagenwerden künftig erkennbare Planungs-, Bauund Preissteigerungsrisiken definiert und quantifiziert. Eine stringente Projektsteuerungsowie verbindliche Vereinbarungen über Pro jektziele zu Kosten, Terminen und Baustandardsversetzen uns in die Lage, Projekt abläufe weiterzu optimieren. So werden wir auch künftigunseren Auftrag mit höchster Professionalitäterfüllen.UNSER TEAM21

Unsere Kompetenzen

Unsere KompetenzenGemeinsam finden wirimmer die beste LösungWir sorgen für eine bedarfsgerechte und energetisch opti- mierte Unterbringung der Bundes- und Landeseinrichtungenin Baden-Württemberg. Wichtig ist uns dabei immer dieVerbindung von qualitätvoller Architektur mit Wirtschaftlichkeit und hoher Funktionalität. Wir übernehmen alleplanerischen und operativen Zuständigkeiten, damit sich unsereKunden ganz auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrierenkönnen. So schaffen wir optimale Arbeits bedingungen, die denNutzern einen reibungslosen Geschäfts- und Dienstbetriebermöglichen.Aufgrund unseres Überblicks über die baulichen Belange allervon uns betreuten Dienststellen und Liegenschaften erkennenwir Optimierungspotenziale und können sowohl kleine als auchumfassende Maßnahmen vorausschauend, nachhaltig undkostensparend steuern. Mit übergeordneten Unterbringungskonzepten stellen wir die Weichen für die Zukunft. Wir arbeitenzielorientiert und, je nach Aufgabe, in fach- und ämterübergreifenden Teams. Dabei ist kollegiale Zusammen arbeit in engerAbstimmung mit unseren Kunden nicht nur wichtig, sondernder Schlüssel zum Erfolg. Welch vielgestaltige und interessanteErgebnisse dabei entstehen, erfahren Sie auf den folgendenSeiten.

25

Während der Sanierungdes Landtagsgebäudes istdas Landesparlamentvon Baden-Württemberginterimsweise im Kunst gebäude am Schlossplatzuntergebracht.Das Innenministerium desLandes Baden-Württembergist mit rund 430 MitarbeiternHauptnutzer des Mini sterium neubaus an der Willy-BrandtStraße in Stuttgart. Weitererund 180 Arbeitsplätze be legen das Mini sterium fürUmwelt, Klima und Energie wirtschaft sowie das Minis terium für Ländlichen Raumund Verbraucherschutz.Politik und VerwaltungWir verkürzen dieDienstwegeDie Ministerien des Landes angemessenunterzubringen ist eine unserer Königsdiszi plinen. Neben dem Staatsministerium als Sitzdes Ministerpräsidenten gibt es in BadenWürttemberg insgesamt zehn Fachministerienmit rund 3.400 Beschäftigten. Als oberste Landesbehörden sind sie im Zentrum der Landeshauptstadt Stuttgart angesiedelt. Die Neu zuschnitte der Ressorts nach Landtagswahlensowie die sich im Laufe der Zeit wandelndenAnforderungen der Ministerien erforderten inder Vergangenheit immer neue Flächen. Diesführte dazu, dass die Ministerien Anfang desJahrtausends auf 20 Einzelstandorte und Außenstellen im Stadtgebiet verteilt waren. Im Jahr2006 beschloss die Landesregierung, die Ministerien räumlich zusammenzuführen. Durch diekompaktere Unterbringung sollten sowohldie Flächen- und Energieeffizienz verbessertals auch die Zusammenarbeit durch kürzereDienstwege wirtschaftlicher werden.

ENTWICKLUNGSPOTENZIALE ERKENNENUND AUSSCHÖPFENFür die Umsetzung des Beschlusses der Landesregierung musste daher eine Strategieent wickelt werden, die in ein schlüssiges Unter bringungskonzept mündete. Auf der Grund lage detaillierter Kenntnisse über den Zustandunserer Immobilien sowie die Entwicklungspotenziale der einzelnen Standorte haben wireine in die Zukunft gerichtete Gesamtkon zeption erarbeitet. Am Ende der stufenweisenUmsetzung des Konzepts, die mehrere Jahrein Anspruch nehmen wird, sollen fünf Hauptstandorte entstehen.KONZENTRATION UND FLEXIBILITÄT DURCHNEUBAU UND ANMIETUNGDie im Innenstadtbereich von Stuttgart vorhandenen landeseigenen Büroflächen konntennicht ohne Weiteres zu größeren Einheitenzusammengebunden werden. So wurde für dasInnenministerium, das auf mehrere Standorteverteilt war, ein Neubau geplant und realisiert.Das Grundstück am mittleren Schlossgartenerwies sich aufgrund der direkten Nachbarschaft zweier dort bereits bestehender Ministerien als ideal, hinsichtlich der Bauaufgabejedoch als besondere Herausforderung. EinVerwaltungsgebäude dieser Größenordnungauf einem 200 Meter langen, schmalen Grund stück städtebaulich und funktional gut unterzubringen und darüber hinaus den hohenAnforderungen an Sicherheit und Energieeffizienz gerecht zu werden, war eine gewaltigeAufgabe für die Planer. Im Rahmen einesRealisierungswettbewerbs wurde eine Lösunggefunden, die nicht nur hinsichtlich Gestaltungund Funktionalität, sondern auch in punctoWirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit überzeugt.Der 2013 fertiggestellte preisgekrönte Entwurf wird mit seiner zurückhaltenden, aberdoch

in Baden-Württemberg wurde durch die Errichtung der beiden Landesbetriebe Vermögen und Bau Baden-Württemberg und Bundesbau Baden-Württemberg ab dem Jahr 2004 voll- zogen. Zielsetzung war und ist, die staatlichen Bauaufgaben und das Liegenschaftswesen quali-tativ verlässlich, bedarf