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Nr. 3 0 2 /2 0 1 8REZEPTEHeftig deftigWOLLEEin blutiges GeschäftCLEAN MEATFleisch ohne Tierleid?NEUE STUDIEPflanzliche Ernährung istam umweltfreundlichstenVEGAN IN ITALIENDigital Detox in der ToskanaFIT IM SPORTAuswirkungen veganerErnährung aufLeistungsfähigkeitund RegenerationPATRICK REISERWeltmeister im Natural Bodybuilding

VEGAN.AT-SHOPDIE FOLGENDEN PRODUKTE SIND ALLE UNTER [email protected] BESTELLBAR.MEHR INFOS ZU DIESEN UND VIELEN WEITEREN UNTER WWW.VEGAN.AT/SHOPSTOFFTASCHE„„EAT FOOD –NOT FRIENDS“Fairtrade- undbio-zertifiziert!6 KINDERPULLI„„EAT FOOD - NOT FRIENDS“Fairtrade- und bio-zertifiziert!Farben: „eucalyptus“ und „grau“Größen/Alter: 3-4, 5-6, 7-8, 9-11, 12-1428 KAPUZENPULLI„„ALLE TIEREWOLLENFREI SEIN“Fairtrade- undbio-zertifiziert!Größen: XS S M L XL XXL XXXL32 NOTIZBUCH „„VEGAN FOR LIFE“NOTIZBUCH „„ANIMAL LIBERATION“Aus Recycling-Material.Maße: 14 x 9 cm5,50 TURNBEUTEL „„VEGANBLUME“TURNBEUTEL „„FAUST/PFOTE“TURNBEUTEL „„KEIN TIER IST EGAL“Fairtrade- und bio-zertifiziert!7

LIEBE LESER INNEN,INTERVIEW Patrick Reiser,Weltmeister im Natural Bodybuilding4WISSEN AB SEITE 7Sportliche Leistungsfähigkeitund RegenerationUMWELT Pflanzliche Ernährung istam umweltfreundlichstenETHIK WolleCLEAN MEAT Fleisch aus ZellenPOITIK Portugal veröffentlicht Vegan-RichtlinienWIRTSCHAFT V-LabelERNÄHRUNG71012141618POSTER AB SEITE 20„Animal Utopia. Perspektiveneines neuen Mensch-Tier-Verhältnisses“HARTMUT KIEWERT20VEGANE GESELLSCHAFT AB SEITE 23Katharina GeroldVegan essen &TEAM-VORSTELLUNG23gesund ernähren!VEGANMANIA Erstes Mal Donauinsel!VEGUCATION WKO fördert LehrlingsseminarePRAXIS-WORKSHOP Schulung fürErnährungswissenschafter innen23FRISCH GEDRUCKT242627LEBEN AB SEITE 28Heftig deftigDie verborgene Seele der Kühe,Animal Utopia, DominionREISEN Vegan in der ToskanaRESTAURANTKRITIKEN Klein aber feinREZEPTEREZENSION28323436immer mehr Sportlerinnen und Sportler setzenauf eine vegane Ernährung. Es hat sich inzwischen herumgesprochen,dass eine pflanzliche Kostfit hält, die Leistungsfähigkeit verbessern unddieRegenerationszeitverkürzen kann. Erfolgreiche Fußballer wie Philipp Hosiner vom SK Sturm Graz oder der ehemaligedeutsche Nationalteam-Spieler Timo Hildebrandt,die bekannten Tennisspielerinnen Serena und Venus Williams und der Profi-Beach-Volleyballer MaxBetzien haben längst die Vorzüge der veganen Ernährung erkannt. Fürchteten viele vor einigen Jahrennoch einen Proteinmangel bei einer rein pflanzlichenErnährung, beweisen heute zahlreiche vegane Kraftsportler innen, dass Muskelaufbau und vegane Kostnicht im Widerspruch stehen – ganz im Gegenteil: Patrik Baboumian konnte sich 2011 den Titel „stärksterMann Deutschlands“ sichern und auch der SchweizerPatrick Reiser kann mit seiner Muskelkraft überzeugen. Was er am liebsten isst und welche Veränderungen er durch seine vegane Kost feststellen konnte, erzählt er uns in dieser Ausgabe (S. 4).Aber nicht nur die persönliche Fitness kann von einerveganen Ernährung profitieren: Welches Essen dieUmwelt besonders stark belastet, zeigt eine neue Studie. Wir haben sie uns genau angesehen und stellensie ab Seite 10 vor.Weshalb Veganer innen keine Wolle tragen, könnenviele fleischessende Menschen nicht nachvollziehen.Wir haben daher die Wollproduktion genau unter dieLupe genommen (S. 12).Eine Vorbildrolle übernimmt derzeit die portugiesische Regierung: Sie hat ein Gesetz verabschiedet, dasalle Kantinen in den öffentlichen Einrichtungen desLandes dazu verpflichtet, mindestens ein veganes Gericht anzubieten. Im Rahmen des „Nationalen Programms zur Förderung von gesundem Essen“ hat dasGesundheitsministerium zudem eine 46-seitige Broschüre herausgegeben, die die Vorteile und potentiellen Risiken einer veganen Ernährung diskutiert underklärt, worauf bei einer rein pflanzlichen Kost geachtet werden sollte (S. 16). Eine sehr sinnvolle Publikation, die auch in Österreich gute Dienste leisten würde!Viel Freude beim Lesen!MITGLIED WERDEN AB SEITE 38FORMULARMitglied werdenIhre VorteileMITGLIEDSCHAFTIMPRESSUM383940Mag. Felix HnatNOVEMBER 20183Foto: osakaZU GAST AB SEITE 4EDITORIALINHALT

INTERVIEWPATRICKREISERWELTMEISTER IMNATURAL BODYBUILDINGPATRICK REISER, 2-FACHER SCHWEIZER MEISTER SOWIE WELTMEISTERIM NATURAL BODYBUILDING, LEBT SEIT 3 ½ JAHREN VEGAN. DERYOUTUBE-STAR MIT 37 MILLIONEN AUFRUFEN TEILT ÜBER DIE SOZIALENNETZWERKE SEINE LEIDENSCHAFT ZUM LEBEN UND MÖCHTE ANDEREDAZU MOTIVIEREN, IHR VOLLES POTENTIAL ZU ENTFALTEN.ER BEZEICHNET SICH SELBST ALS HIGH PERFORMANCE COACH, HATBEREITS MEHRERE UNTERNEHMEN GEGRÜNDET UND IST CO-FOUNDERDES SPORTBEKLEIDUNGSHERSTELLERS PROBROWEAR.4NOVEMBER 2018

INTERVIEWZU GASTDIE GRÖSSTE VERÄNDERUNG WAR DIEREGENERATIONSZEIT, DIE SICH VERKÜRZTHAT. FÜR EINEN PROFISPORTLER IST DASESSENTIELL. ICH WAR NACH EINER HARTENTRAININGSEINHEIT SCHNELLER WIEDER FITUND MEIN ENERGIELEVEL HAT SICH AUCHNOCH MAL ETWAS ANGEHOBEN.Fotos: PrivatPATRICK, DU ERNÄHRST DICH SEITWELCHE VERÄNDERUNGEN HAST DUPROTEIN AUFNIMMT, UM MUSKELNDAMALS DAZU BEWEGT, AUF DIE VE-Die größte Veränderung war die Regenerationszeit, die sich verkürzt hat. Füreinen Profisportler ist das essentiell. Ichwar nach einer harten Trainingseinheitschneller wieder fit und mein Energielevel hat sich auch noch mal etwasangehoben. Einer der größten Vorteileneben all dem leckeren Essen ist es, miteiner pflanzlichen Ernährung eine Diätzu starten. Ich habe während einer Diätwesentlich weniger Hunger als vorher.LEUTE AUF DICH UND DEINE VEGANE3 ½ JAHREN VEGAN. WAS HAT DICHGANE LEBENSWEISE UMZUSTEIGEN?Zu dieser Zeit habe ich mit einem meiner besten Freunde und Geschäftspartner Mischa Janiec probeweise einenganzen Monat vegan gelebt. Wir wolleten für uns selbst herausfinden, wie essich anfühlt und wie es sich mit einerpflanzlichen Ernährung lebt. Als Natural Bodybuilder war unsere größteAngst, dass wir die Muskeln nicht halten können. Bei der Vorbereitung aufunseren veganen Monat wurde unsjedoch klar, dass man auch mit einerpflanzlichen Ernährung sehr gut Muskeln aufbauen kann. Wir waren auf diePraxis gespannt.FESTGESTELLT?AUFZUBAUEN. WIE REAGIEREN ANDEREERNÄHRUNG? WAS ENTGEGNEST DUSOLCHEN VORURTEILEN?VORURTEI-Die meisten Menschen haben Vorurteileüber alles und jeden. Es gibt viele Menschen, die es nicht glauben können, dassich mich seit 3 ½ Jahren vegan ernähre und ohne Doping arbeite. Das störtmich aber nicht weiter, weil es nichtmeine Vorurteile sind. Ich konsumiere ca. 1,5 g – 2 g Protein pro KilogrammKörpergewicht und komme auch miteiner pflanzlichen Ernährung gut aufmeine 140 – 160 g Eiweiß.IST, DASS MAN MIT EINER VEGANENWIE GENAU ACHTEST DU AUF DEINEVEGANER INNEN SEHEN SICH HÄUFIGMITZAHLREICHENLEN KONFRONTIERT. EINES DAVONERNÄHRUNGNICHTAUSREICHENDEIGENE ERNÄHRUNG UND DARAUF,NOVEMBER 20185

COVERSTORYAUF WELCHEN SOCIAL-MEDIA-KANÄ-LEN BIST DU ABSEITS VON YOUTUBEZU FINDEN?Auf Instagram und Snapchat. Außerdem habe ich eine Podcast-Show, TheChampions Mindset, in der wir extremviel über Selbstoptimierung rausgeben.Den Podcast gibt’s auf iTunes und Spotify zu hören.GIBTESANDEREYOUTUBER IN-NEN, AN DENEN DU DIR EIN VORBILDNIMMST?Mir gefällt Gary Vaynerchuk aus unternehmerischer Sicht, Joe Rogan ist fürmich einer der besten Interviewer, JonOlsson hat die beste Qualität.DU BIETEST DAS „„PERFECT BODY SYSTEM“ AN – EIN VON DIR ENTWICKELTES PROGRAMM, DAS DU ONLINE ANINTERESSIERTE VERKAUFST. ES VERSPRICHT, DASS MAN IN NUR 12 WOCHEN DEN TRAUMKÖRPER ERREICHT.IST DAS REALISTISCH?DASS DU GENUG EIWEISS ZU DIRNIMMST? WAS SIND DEINE BEVORZUGTEN PROTEINQUELLEN?Das ist abhängig davon, ob ich michim Aufbau oder in einer Diät befinde.In einer Aufbauphase ist es für michwichtig, dass ich permanent einen Kalorienüberschuss habe. Währenddessenzähle ich meine Kalorien in der Regelnicht und stelle einfach sicher, dass ich140 g Proteine am Tag esse und einenÜberschuss habe. Während einer Diätnehme ich die Nahrungsaufnahme genauer und für einen Wettkampf sogarsehr genau. Das heißt, ich zähle in einerDiätphase alle meine Lebensmittel, um6NOVEMBER 2018genau zu wissen, wie viel Kalorien, wieviele Proteine, Kohlenhydrate und Fetteich an einem Tag zu mir nehme. Meine liebsten Proteinquellen sind Linsen,Linsenpasta, alle Arten von Bohnen,Tofu, Quinoa, Hirse und Brokkoli.GIBT ES LEBENSMITTEL, DIE DU TÄGLICH KONSUMIERST?Zur Zeit konsumiere ich fast täglichLinsenpasta, die mir sehr gut schmecktund sehr einfach und schnell zubereitetist. Ansonsten mag ich Kiwi, Banane,Datteln, Äpfel, Hirse, Nüsse, Kokosmilchund Brokkoli und als Nahrungsergänzungsmittel Reis- und Erbsenprotein.Mit dem Programm verspreche ich denTeilnehmer innen, in 2 x 28 Tagen ineine gute Form zu kommen. Natürlichgeht das Programm danach auch nochweiter, aber nach dieser Zeit weißt dualles, was du über Krafttraining wissenmusst. Über 8.000 zufriedenen Menschenhat das Programm oder das Buch extrem weitergeholfen. Vor 6 Monaten habeich dazu ein Buch veröffentlicht undverschenke es an meine Community.Nur Druck- und Logistikkosten müssenübernommen werden. Das Buch kannsich also jede r kostenlos holen undselbst die Erfahrung machen, dass dasProgramm funktioniert. Das Buch gibt’sunter www.perfectbodysystem.de/buch.WELCHE WEITEREN PROJEKTE HASTDU GEPLANT?Ich werde mich in Zukunft für das einsetzten, was in meinen Augen am meisten hier auf der Erde gebraucht wird.Das ist Bewusstsein. Aus diesem Grundliegt ein großer Teil meiner Energie undAufmerksamkeit in diesem Bereich. Hierwird es in Zukunft wichtige und spannende Projekte von mir geben.PATRICK, HERZLICHEN DANK FÜR DASINTERVIEW!

ERNÄHRUNGWISSENFIT IM SPORTMIT VEGANER ERNÄHRUNGAUSWIRKUNGENAUF LEISTUNGSFÄHIGKEITUND REGENERATIONERNÄHRUNG SPIELT EINE ENTSCHEIDENDE ROLLEFÜR SPORTLICHE LEISTUNGEN. SOWOHL FÜR DENMUSKELAUFBAU ALS AUCH BEIM AUSDAUERTRAININGIST ES WICHTIG, DASS DER KÖRPER MIT ALLEN NOTWENDIGEN NÄHRSTOFFEN OPTIMAL VERSORGT WIRDUND DIE KALORIENZUFUHR STIMMT. DASS DIESESPEZIELLEN ANFORDERUNGEN VON EINER GUT GEPLANTEN VEGANEN ERNÄHRUNG BESONDERS LEICHTERFÜLLT WERDEN KÖNNEN, ERKENNEN IMMER MEHRHOCHLEISTUNGSSPORTLER INNEN: DER ÖSTERREICHISCHE PROFI-FUSSBALLER PHILIPP HOSINER SETZTEBENSO AUF PFLANZLICHE KOST WIE EXTREMBERGSTEIGERIN GERLINDE KALTENBRUNNER ODERPATRIK BABOUMIAN, STÄRKSTER MANN DEUTSCHLANDS VON 2011.POSITIVE AUSWIRKUNGENEINER VEGANEN ERNÄHRUNGAUF SPORTLICHE LEISTUNGENPflanzliche Lebensmittel haben einehohe Nährstoffdichte. Das bedeutet,dass sie in Bezug auf ihren Energiegehalt viele gesunde Nährstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Lebensmittel mit hoher Nährstoffdichtewie Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkorngetreide gelten als qualitativ hochwertig und spielen für Sportler inneneine wichtige Rolle, da sie bei intensivem Training einen höheren Bedarf anessentiellen – also lebensnotwendigen –Nährstoffen haben. Zudem ist eine vegane Ernährung in der Regel reich anKohlenhydraten. Diese sind der wichtigste Energieträger, auf den der Körperbei sportlicher Belastung zurückgreift.Der Fettanteil ist hingegen eher niedrig, was den Empfehlungen hinsichtlicheiner ausgewogenen Sporternährungentgegenkommt. Ein besonderer Vorteilvon pflanzlicher Kost ist der hohe Anteil an Antioxidantien: Körperliche Aktivität kann die Bildung freier RadikaleNOVEMBER 20187

EINE AUSGEWOGENE VEGANESPORTERNÄHRUNG DECKTDEN BEDARF AN ALLENWICHTIGEN NÄHRSTOFFEN.BEISPIEL EIWEISSZUFUHREIWEISS FÜR DEN MUSKELAUFBAUEin 70 kg schwerer Hobbysportler benötigt 56 g Eiweiß pro Tag.Mit folgenden Lebensmitteln ist sein Bedarf bereits gedeckt:50 g Haferflocken(6,5 g Eiweiß) 300 ml Sojamilch(10 g Eiweiß)200 g Kartoffeln(4 g Eiweiß) 90 g Linsen(21,1 g Eiweiß)steigern und die damit einhergehendenOxidationsprozesse im Körper fördern.Dies begünstigt unter anderem die Entstehung von Krebs und Arteriosklerose.ß-Carotin, die Vitamine C und E sowiezahlreiche sekundäre Pflanzenstoffekönnen Entzündungsreaktionen lindern und zu einer verkürzten Regenerationszeit beitragen.KOHLENHYDRATE: DIE WICHTIGSTEN ENERGIELIEFERANTENKohlenhydrate können im Muskel inForm von Glykogen gespeichert werden.Bei sportlicher Betätigung gewinnt derMuskel aus diesen Glykogenspeichern8NOVEMBER 2018150 g Vollkornbrot(9 g Eiweiß) 50 g Hummus(5,5 g Eiweiß)Energie. Daher ist es wichtig, dass sie gutgefüllt werden. Im Alltag sollten in erster Linie komplexe Kohlenhydrate aufdem Speiseplan stehen: Haferflocken,Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Kartoffeln, Naturreis und Hirse sind guteQuellen. Sie haben einen hohen Anteilan Ballaststoffen, die einen raschenBlutzuckeranstieg verhindern und sofür eine gute Leistungsstabilität sorgen.Ab einer Stunde vor dem Training sollten hingegen nur noch leicht verdauliche, ballaststoffarme Kohlenhydrateverzehrt werden. Eine vollreife Bananeist der ideale Snack vor oder auch während einer intensiven Belastung.Eiweiß oder Protein ist wichtig für denAufbau von Zellen und Körpergewebe, einschließlich der Muskulatur. Fürerwachsene Hobbysportler innen isteine Proteinzufuhr entsprechend dergenerellen Empfehlung von 0,8 g / kgKörpergewicht pro Tag ausreichend. Fürintensiv trainierende Ausdauer- undKraftsportler innen wird – je nach Training – eine Proteinzufuhr von 1,2 g bismaximal 2,0 g pro kg Körpergewichtempfohlen. Der Bedarf kann in der Regelproblemlos über die Nahrung gedecktund sollte nicht überschritten werden.Wird mehr Eiweiß zugeführt als benötigt, wird dieses nicht für den Muskelaufbau verwendet, sondern belastet denStoffwechsel und die Nieren. TierischeQuellen wie Fleisch, Wurst, Käse, Kuhmilch und Eier sind häufig sehr reich anFett, Cholesterin und Purinen. Purinewerden zu Harnsäure verstoffwechselt,die sich in den Nieren oder an Gelenkenund Sehnen ablagern und zu Nierensteinen und Gichtanfällen führen kann.Zu viel Cholesterin und Fett führen aufDauer zu Herz-Kreislauf-Erkrankungenund Übergewicht. Die ÖsterreichischeGesellschaft für Ernährung empfiehltdaher fettarme Eiweißlieferanten, zudenen pflanzliche Lebensmittel wieHülsenfrüchte, Tofu, Seitan, Nüsse und

ERNÄHRUNGKRITISCHE NÄHRSTOFFESOWOHL IM LEISTUNGSSPORT ALSAUCH BEI VEGANER ERNÄHRUNGNÄHRSTOFFWICHTIGE etreide, Hülsenfrüchte, Ölsamen, Nüsse,grünes GemüseKalziumKnochenbildung und-erhalt, MuskelarbeitGrünes Gemüse, Hülsenfrüchte, Sesam, Tofu,angereicherte Pflanzenmilch,kalziumreiches MineralwasserZinkEnergiestoffwechsel, ImmunsystemHülsenfrüchte, Haferflocken,Nüsse, ÖlsaatenJodSchilddrüsenhormone, EnergiestoffwechselAlgen,jodiertes SpeisesalzVitamin DKnochengesundheitSonne, Pilze,NahrungsergänzungsmittelFETT: BESONDERS ENERGIEREICHÄhnlich wie Kohlenhydrate ist Fett einwichtiger Energielieferant, außerdemTräger von fettlöslichen Vitaminen undein bedeutender Bestandteil von Zellen.Mit 9,5 kcal pro g Fett liefert es doppeltso viel Energie wie Kohlenhydrate. Einesehr fettreiche Ernährung kann diekörperliche Leistungsfähigkeit allerdings beeinträchtigen, weil sie die Einlagerung von Glykogen in die Muskelnverschlechtern kann. Für Sportler innen wird empfohlen, 25 bis 30 % der täglichen Energie in Form von Fett aufzunehmen, oder 1 g pro kg Körpergewichtpro Tag, also ca. 60 - 80 g. Eine wichtigeRolle spielt die Qualität des Fetts. DieÖsterreichische Gesellschaft für Ernährung rät zu pflanzlichen Quellen,da diese im Gegensatz zu Tierprodukten vorwiegend ungesättigte Fettsäurenenthalten – ein weiterer Grund, der füreine vegane Sporternährung spricht!Zum Kochen und Braten eignen sichbeispielsweise nicht natives Raps- oderOlivenöl. Für Salate sind unraffinierte, kalt gepresste Öle zu bevorzugen.Wichtig ist, auf die Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren zu achten, beispielsweise in Form von geschroteten Leinsamen,Hanf- und Chiasamen oder Walnüssen.Auch Lein-, Hanf- und Walnussöl sindgute Quellen. Algenöl eignet sich besonders gut, weil es die längerkettigenOmega-3-Fettsäuren DHA und EPA enthält. Omega-3-Fettsäuren können Entzündungsreaktionen in Muskeln undGelenken vorbeugen und sind damit fürSportler innen wichtig. Frittierte Lebensmittel sowie industriell verarbeitete Fette sollten hingegen gemiedenwerden. Sie weisen einen hohen Anteilan Trans-Fettsäuren auf, die das Risikofür Fettstoffwechselstörungen erhöhen.VITAMINE, MINERALSTOFFEUND SPURENELEMENTEEine abwechslungsreiche, vollwertigevegane Ernährung ist reich an vielenwichtigen Vitaminen und Mineralstoffen wie Vitamin C, ß-Carotin, Folsäureund Magnesium. Sie kommt damit denBedürfnissen von Sportler innen entgegen. Auf die ausreichende Zufuhr derbei einer pflanzlichen Kost als potentiellkritisch geltenden Nährstoffe VitaminB12 und D, Eisen, Kalzium, Zink und Jodsollte jedoch gezielt geachtet werden.Bei Leistungssportler innen wird dieVersorgung mit den Vitaminen A, C, D,E, B6 und Folsäure sowie mit den Mineralstoffen Jod, Magnesium, Kalzium,Eisen und Zink als kritisch angesehen.Viele dieser Nährstoffe erfüllen nichtnur spezielle Funktionen bei der Muskelkontraktion und im Energiestoffwechsel, sondern gehen zum Teil auchüber den Schweiß verloren. Vegane Leistungssportler innen sollten also ganzWISSENGetreide zählen. Wichtig ist, dass alle essentiellen Aminosäuren aufgenommenwerden. Aus diesen ist das Protein zusammengesetzt. Das geht leicht durchdie Kombination verschiedener Eiweißquellen. Besonders gut ergänzen sich dieAminosäuren aus Hülsenfrüchten undGetreide: Reis mit Linsen-Dhal, Brot mitHummus oder Chili sin Carne mit Bohnen und Mais sind ideale Eiweißlieferanten mit einer hohen Proteinqualität.besonders die Versorgung mit all jenenNährstoffen im Auge behalten, die fürbeide Gruppen kritisch werden können,nämlich Vitamin D, Kalzium, Eisen,Zink und Jod.FAZITEine ausgewogene vegane Sporternährung deckt den Bedarf an allen wichtigen Nährstoffen. Bedeutende Vorteilesind die hohe Nährstoffdichte pflanzlicher Lebensmittel, ein hoher Gehaltan Antioxidantien, viele Kohlenhydrate sowie wenig Fett und speziell wenigegesättigte Fettsäuren. Somit kann einevegane Ernährung dabei helfen, Entzündungsreaktionen zu lindern, dieRegenerationszeit zu verkürzen und diesportliche Leistungsfähigkeit optimalzu unterstützen.TRINKEN NICHT VERGESSEN!Die Schweißverluste können je nach Belastungsintensitätund Umgebungstemperatur bis zu 1 Liter pro Stunde betragen, unter Extrembedingungen (z. B. Marathon, Ironman, Hitze) sogar 2 Liter. Der Flüssigkeitsverlust solltemöglichst gering gehalten werden, um Leistungsverminderungen und eine Dehydratation, also Abnahme vonKörperwasser, zu vermeiden. Das Durstgefühl setzt beikörperlicher Belastung verzögert ein. Daher lautet diewichtigste Regel: Trinken bevor der Durst kommt!ELEKTROLYTGETRÄNK ZUM SELBERMACHEN:½ Liter Fruchtsaft ½ Liter Wasser 1 gestrichener Teelöffel SalzNOVEMBER 20189

UMWELTWIE DIE ERDENOCH ZURETTEN ISTUMWELTSCHUTZDURCHPFLANZENKOSTUNSER ERNÄHRUNGSSYSTEM ISTALLES ANDERE ALS NACHHALTIG:DIE ERNÄHRUNG DER WACHSENDENWELTBEVÖLKERUNG STRAPAZIERTDIE RESSOURCEN DER ERDE, VERSCHLECHTERT DIE QUALITÄT VONLUFT, WASSER UND BODEN UNDHEIZT ÜBERDIES DEN KLIMAWANDELSTARK AN. DIE UNIVERSITY OFOXFORD IST NUN DER FRAGE NACHGEGANGEN, WIE GROSS DIE UMWELTAUSWIRKUNGEN UNSERES ERNÄHRUNGSSYSTEMS SIND UND WELCHEMASSNAHMEN ZUM SCHUTZ DESOHNEHIN FRAGILEN PLANETEN GESETZT WERDEN SOLLEN.EINE STUDIE, DIEIHRESGLEICHEN SUCHTNie zuvor wurde eine ähnlich umfangreiche und detaillierte Studie über dieökologischen Auswirkungen des globalen Ernährungssystems publiziert.Insgesamt wurden die Daten von 570Studien zusammengetragen und aufeinander abgestimmt. So sind verlässliche Aussagen über fünf bedeutendeUmweltindikatoren – Flächennutzung,Wasserverbrauch, Treibhausgasemissio-10NOVEMBER 2018nen, Versauerung und Eutrophierung –auf globaler Ebene möglich. Es wurdendie Umweltauswirkungen von Lebensmitteln, die 90 % der global konsumierten Protein- und Kalorienmengerepräsentieren, analysiert. Jede Stufedes Produktlebenszyklus wurde beachtet und somit wurde sowohl die Produzentenseite als auch die Konsumentenseite evaluiert. Eingang in die Studiefanden etwa 38.700 landwirtschaftlicheBetriebe aus 119 Ländern.KOMPLEXES ERNÄHRUNGSSYSTEMMIT POTENTIELL SIMPLER LÖSUNGDie größten Umweltauswirkungen entlang der Wertschöpfungskette unsererLebensmittel entfallen auf die Landwirtschaft. Von geringerer Bedeutungsind Verarbeitung, Verpackung undTransport. Vom Ernährungssystementfallen 81 % der Treibhausgase, 79 %der Versauerung und 95 % der Überdüngung auf die Landwirtschaft. Außerdemstellt die Landwirtschaft den größten

UMWELTohne eine gerechtere und friedlichere.Doch welche Konsequenzen hätte eineausschließlich pflanzliche Ernährungfür die Umwelt? Die Studie kommt zudem Schluss, dass die Umweltvorteilevon beinahe unglaublichem Ausmaßwären: Die Treibhausgase des Ernährungssystems würden sich halbieren,ebenso die Versauerung. Eine Flächegrößer als Russland und Kanada zusammen würde frei werden! Überwältigtvon den enormen Umweltauswirkungenging ein Forscher der Studie den einzigkonsequenten Weg: Er wurde vegan!Zugegeben, wir sind noch weit davonentfernt, in einer Welt zu leben, in derdie Ausbeutung von nicht-menschlichen Tieren der Vergangenheit angehört. Eine vegane Welt wäre zweifels-ÜBERWÄLTIGT VON DENENORMEN UMWELTAUSWIRKUNGEN GING EIN FORSCHERDER STUDIE DEN EINZIGKONSEQUENTEN WEG:ER WURDE VEGAN!Das Fazit der Forscher ist eindeutig: Umder drohenden Umwelt- und Klimakatastrophe zu entkommen, ist eineEINSPARUNG SOJASTATT KUHMILCH69 % TREIBHAUSGASE92 % LANDVERWENDUNGDILEMMA OHNE AUSWEG?WENN DIE GANZE WELTVEGAN WÄREPoore, J. & Nemecek, T. (2018). Reducing food’s environmental impacts through producers and consumers. Science 360:987-992.PFLANZLICHE ERNÄHRUNGALS EFFEKTIVSTER BEITRAGZUM UMWELTSCHUTZERSETZT MAN RINDFLEISCHDURCH TOFU, WERDEN 96 %WENIGER TREIBHAUSGASEEMITTIERT UND 99 % WENIGERFLÄCHE BELEGT!Wie sollen wir mit diesen niederschmetternden Fakten und Zahlen nun umgehen? Schließlich müssen wir uns vonetwas ernähren. Um diese Frage zu beantworten, sollte ein genauerer Blick aufdie in der Landwirtschaft erzeugten Lebensmittel – die angebauten Pflanzen,die gezüchteten Tiere – geworfen werden.In Bezug auf alle Umweltindikatorenschneiden pflanzliche Lebensmittel wesentlich besser ab. Tierische Lebensmittel sind hingegen äußerst ressourcenintensiv. Die Ursachen liegen vor allem beiden häufigen Waldrodungen für Ackerund Weideflächen, dem Futtermittelanbau und den Emissionen und Ausscheidungen der Tiere selbst. Veranschaulichtwird dies durch folgendes Beispiel: Ersetzt man Rindfleisch durch Tofu, werden 96 % weniger Treibhausgase emittiert und 99 % weniger Fläche belegt!pflanzenbasierte Ernährung essentiell!Groß geschrieben wird die Macht derKonsument innen durch ihre Entscheidungen, unser Ernährungssystemnachhaltiger zu gestalten. Mit jedemGespräch können wir in anderen Personen eine Saat säen, sodass in ihnen dieIdee des Veganismus erblüht und sichdas oberste Nachhaltigkeitsziel verwirklicht: ein gutes Leben für alle!18 %83 %60 %37 %83 % der Landwirtschaftsflächen und rund60 % der Emissionen unseres Ernährungssystems entfallen auf tierische Lebensmittel,obwohl diese nur37 % des konsumierten Proteins und18 % der Kalorien bereitstellen!164Treibhausgase(kg CO2eq/100 g Protein)504117Fleisch v.„Mastrindern“Landverwendung(m2 Jahr/100 g Protein)22Fleisch 22,2Tofu2,74,6GetreideNOVEMBER 20180,87,3Hülsenfrüchte11WISSENFlächennutzer weltweit dar: 43 % der eisund wüstenfreien Fläche des Planetenwerden von ihr belegt. Die Komplexitätdes Themas zeigt sich unter anderem ander Vielfalt an Lebensmitteln, Landwirtschaftspraktiken, Verarbeitungsweisenund geografischen Produktionsbedingungen. Nichtsdestotrotz können einigeweltweit gültige Fakten identifiziert werden: Selbst tierische Lebensmittel mitvergleichsweise geringen Umweltauswirkungen belasten den Planeten wesentlich stärker als Pflanzen mit einemvergleichbaren Nährstoffprofil. Verdeutlicht wird dies durch die Tatsache, dass83 % der Landwirtschaftsflächen undrund 60 % der Emissionen unseres Ernährungssystems auf tierische Lebensmittel entfallen – obwohl diese nur 37 %des konsumierten Proteins und 18 % derKalorien bereitstellen!

ETHIKDAS BLUTIGE GESCHÄFT MIT DERWOLLEKuschelige Pullover, Schals und Hauben – in der kaltenJahreszeit stehen wärmende Kleidungsstücke hoch imKurs. Viele Konsument innen greifen auf Wollproduktezurück, nur wenigen sind die grausamen Praktiken derWollindustrie bekannt. Doch immer mehr Kritik wirdgegen Mohair und Mulesing erhoben, das Image der Wolle als ethisch einwandfreies Naturprodukt beginnt – zuRecht – zu bröckeln.„„SCHAFE MÜSSEN GESCHOREN WERDEN“Zahlreiche Mythen rund um Schafe und ihre Wolle sindhartnäckig in vielen Köpfen verankert. So müsse man Schafevon ihrer Wolle befreien, ansonsten wäre ihnen schlichtwegzu heiß. Doch ähnlich wie bei Katzen und Hunden passt sichdas Fell der Schafe an die Jahreszeiten an und schützt durchseine isolierende Wirkung vor Hitze und Kälte. Dass die Wolle zahlreicher Schafrassen heute überaus stark wächst undzum Problem für die Tiere werden kann, liegt an der Zuchtdurch Menschenhand, die sich an möglichst hoher Ausbeuteorientiert.12NOVEMBER 2018EINE HAARSTRÄUBENDE ANGELEGENHEITSchafe werden jährlich geschoren, vereinzelt zwei- bis dreimal. Die Schur kann keinesfalls mit einem gemütlichenFriseurbesuch verglichen werden: Schafscherer werden imAkkord, nicht nach Stunden bezahlt. So steht die Quantitätklar über der Qualität oder in diesem Fall über dem Tierwohl.Pro Schaf stehen meist knapp zwei Minuten zur Verfügung.Äußerst grobe Behandlung und blutige Verletzungen sindhäufige Konsequenzen. Ein besonders tragisches Schicksalwiderfährt den Merinoschafen, von denen etwa die Hälfte derWolle weltweit stammt. Sie haben zuchtbedingt eine sehr faltige Haut und in den zahlreichen Hautfalten sammeln sichFeuchtigkeit und Urin, was Insekten anzieht und diese zurEiablage verlockt. Die Schafe werden infolgedessen von denschlüpfenden Insekten angeknabbert und gefressen. Als Alternative wählen Landwirt innen die Methode des Mulesing:Dabei wird eine handtellergroße Fläche rund um den Anusder Tiere ausgeschnitten - ohne Betäubung oder Schmerzmittel - um das zuchtbedingte Problem des Insektenbefallszu vermeiden.

ETHIKWISSENVERGLEICH VON SCHAFMILCH UND WOLLEPRODUKTIONSWERT IN MIO. USDSCHAFMILCH: 6.680 WELTWEIT WOLLE: 8.787 WELTWEITREST:ASIEN:SCHAFMILCH: 973SCHAFMILCH: 2.768WOLLE: 1.092 (12,43 %)WOLLE: 4.646 (52,87 %)ÖSTERREICH:AUSTRALIEN, NEUSEELAND:15.608 BETRIEBESCHAFMILCH: K.A.401.480 SCHAFEWOLLE: 2.556 (29,08 %)128.419 SCHLACHTUNGENStatistik-Austria-Daten (2017)SCHAFE:WELTWEIT: 1,14 MILLIARDENAUSTRALIEN, NEUSEELAND: 102 MILLIONEN (9,00 %)ASIEN: 476 MILLIONEN (41,80 %)EUROPA: 130 MILLIONEN (11,39 %)REST: 431 MILLIONEN (37,82 %)EUROPA:SCHAFMILCH: 2.938 WOLLE: 494 (5,62 %)ÖSTERREICH:SCHAFMILCH: 18 WOLLE: 0,123386 123.386 USD (0,0014 %)QUELLE: FAO (2014)DIE ILLUSION VOM NEBENPRODUKT WOLLEFleisch, Milch, Wolle – Schafe werden auf verschiedenste Weise vom Menschen genutzt. Immer wieder kursiert die Ansicht,dass Wolle ein Nebenprodukt von Schaffleisch und -milch sei.So könne Wolle ohne ethische Bedenken genutzt werden, eineNicht-Nutzung käme einer Verschwendung gleich. Hier wirdjedoch ein essentieller Punkt übersehen: Wolle ist schlichtweg kein Nebenprodukt, sondern Ressource einer milliardenschweren Industrie. Die kommerziell gehandelte Wollestammt beinahe ausschließlich von sogenannten Einnutzungsrassen, die auf starkes Wollwachstum gezüchtet wurden. Bei der bedeutendsten Schafrasse – Merino – spielt dasFleisch eine wirtschaftlich vernachlässigbare Rolle.BIG BUSINESS: WELTHANDEL MIT SCHAFEN UND WOLLEWeltweit werden etwa 1,1 Milliarden Schafe von Menschen gehalten. In Österreich sind es etwa 400.000 an der Zahl. DieSchafwirtschaft unseres Landes ist nicht wettbewerbsfähigmit den Preisen und der Qualität am Weltmarkt. Bedenktman, dass hierzulande weit unter einem Prozent der Wollehergestellt wird, überrascht es nicht, dass die Wolle in unserer Kleidung beinahe ausschließlich importiert wird. Pro Jahrwerden etwa 2 Millionen Tonnen Wolle gehandelt. Eine führende Position nehmen dabei Australien und Neuseeland ein –sie alleine scheren über ein Viertel der Wolle weltweit. Im Gegensatz dazu ist Europa nicht auf die Haltung von Schafen zurWollgewinnung spezialisiert, sondern am Fleisch orientiert.Der globale Produktionswert von Wolle beträgt etwa 8,8 Milliarden US-Dollar jährlich und so übersteigt das Geschäft mitWolle den Produktionswert von Schafmilch um über 30 %.Der Mythos, dass Wolle ein Nebenprodukt der Schafhaltungsei, kann so ein für alle Mal begraben werden!WOHIN MIT DEN AUSGEDIENTEN SCHAFEN?Gemeinsam haben alle Nutzungsformen eines: Die Schafewerden getötet, sobald sie nicht mehr produktiv genug sind.Produktionsweltmeister Australien ist auf den Wollhandelfokussiert, das Interesse an Schaffleisch ist quasi nicht existent. Deswegen wird ein Großteil der ausgedienten Schafe inberühmt-berüchtigten Lebendtierexporten nach Asien verschifft – wochenlang harren sie unter katastrophalen Bedingungen, meist in den eigenen Exkrementen stehend undohne genügend Essen und Trinken, aus, bis sie an der Endstation ankommen sind. Am Ende jedes Schaflebens steht derGang in den Schlachthof und somit klebt auch an Wolle jedeMenge Blut!BOYKOTT VON TIERLEID-PRODUKTENWie und wo die Schafe gelebt haben, deren Wolle wir verwenden, ist für Konsument innen nicht am Kleidungsstückerkennbar. Ein Verzicht fällt jedoch ohnehin nicht schwer:Zahlreiche nachhaltige, pflanzliche Materialien sind bereitsam Markt vertreten! Dass durch öffentlichen Druck durchausein Wandel in der Modeindustrie zu erreichen ist, zeigt sichnicht zuletzt daran, dass immer mehr Unternehmen Mohair,die leidvoll hergestellte Wolle von Angoraziegen, aus ihremSortiment verbannen.NOVEMBER 201813

ETHIK„„SCHMECKT WIE HUHN?“Alle Fotos: Mephis MeatEINE EINFÜHRUNG IN CLEAN MEATCLEAN FRIED CHICKEN FROM MEMPHIS MEATS.MEMPHIS MEAT MEATBALL SERVED WITH FETTUCINE.ECHTES TIERFLEISCH - NICHT AUS DEM SCHLACHTHOF, SONDERN AUS DEM BIOREAKTOR.VON JENS TUIDER UND DAVIDPEDERSEN (PROVEG INTERNATIONAL)1931 erklärte Winston Churchill: „In 50Jahren werden wir der Absurdität entko

ten für uns selbst herausfinden, wie es sich anfühlt und wie es sich mit einer pflanzlichen Ernährung lebt. Als Na-tural Bodybuilder war unsere größte Angst, dass wir die Muskeln nicht hal-ten können. Bei der Vorbereitung auf unseren veganen Monat wurde uns jedoch klar, dass man auch mit ei