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Betrieblich unterstützteKinderbetreuung2014Leitfaden für Unternehmen

1InhaltsangabeVorworteDr. Nils Schmid MdL, Stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Finanzen und WirtschaftI.des Landes Baden-Württemberg3 Verbandsdirektor Roland Klinger, Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg4Möglichkeiten der betrieblich unterstützten KinderbetreuungI. 1 Kindertageseinrichtungen 5I. 1.1 Gründung einer betriebseigenen Kindertageseinrichtung. Das Unternehmen istTräger der Einrichtung. Dargestellt am Beispiel der Volz Gruppe GmbH, Deilingen6I. 1.2 Gründung einer betriebseigenen Kindertageseinrichtung. Vergabe der Trägerschaftan einen öffentlichen, freien oder privaten Träger8I. 1.3 Betrieblich geförderte Elterninitiativen oder Eltern (-Vereine) als Trägerder Kindertageseinrichtung. Dargestellt an den Beispielen Eberspächer, Esslingenund Kinderkrippe Krabbelkäfer e.V., Mannheim8I. 1.4 Überbetriebliche Kooperation mehrerer Unternehmen. Dargestellt am BeispielBetriebliche Kindertagesstätte Heidehüpfer, Stuttgart12I. 1.5 Kooperation zwischen Unternehmen und Kommune bei Planung, Errichtung und Betriebeiner Kindertageseinrichtung. Dargestellt an den Beispielen Sick AG, Waldkirchzusammen mit Stadt Waldkirch und Kindertagesstätte Kinderbunt HeilbronnI. 2 Finanzierung von Belegplätzen 1418I. 2.1 Finanzierung von Belegplätzen in bestehenden KindertageseinrichtungenDargestellt an den Beispielen Mannheimer Morgen Großdruckerei und Verlag GmbH undTriumphini Kinderwelt, Stadt Heubach18I. 2.2 Finanzierung längerer Öffnungszeiten in bestehenden KindertageseinrichtungenDargestellt am Beispiel Kindertageseinrichtung „Schatztruhe im VolksbankHaus“ PforzheimI. 3 Kindertagespflege 2224I. 3.1 Betreuung durch Tagespflegepersonen. Dargestellt am BeispielDie Familiengenossenschaft Mannheim e. G.24I. 3.2 Kindertagespflege in anderen geeigneten Räumen, beispielsweise inRäumen des Unternehmens. Dargestellt an den Beispielen wepuko-TigeR, Metzingen undTigeRHäuschen Reutlingen27I. 4 Arbeitgeberzuschuss zur Kindertagesbetreuung 31I. 5 Sonstige Optionen 31I. 5.1 Kinderbetreuung für Notfälle 31I. 5.2 Ferienbetreuung. Dargestellt am Beispiel Andreas Stihl AG & Co. KG, Waiblingen32I. 5.3 Information, Beratung und Vermittlung von Kinderbetreuung. Dargestellt am BeispielAndreas Stihl AG & Co. KG, Waiblingen34II. Gesetzliche und sonstige Rahmenbedingungenfür KindertageseinrichtungenII. 1 G esetzesauftrag und Grundsätze der Förderung nach §§ 22, 22a Sozialgesetz buch (SGB) VIII und§§ 2, 2a Kindertagesbetreuungsgesetz (KiTaG) Baden-Württemberg II. 2 Genehmigungsverfahren, Betriebserlaubnis, sonstige Genehmigungen3636II. 3 Mindest-Rahmenbedingungen für die unterschiedlichen Angebotsformen38II. 4 Weitere Rahmenbedingungen der Angebotsformen39II. 5 Personelle Besetzung39II. 6 Ablaufschema zur Errichtung einer betrieblichen Kindertageseinrichtung40

2InhaltsangabeIII. Gesetzliche und sonstige Rahmenbedingungen in der KindertagespflegeIII. 1 Allgemeines44III. 2 Erlaubnis zur Kindertagespflege44III. 3 Unfallversicherung für in Kindertagespflege betreute Kinder44IV. Kosten, Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten fürKindertages einrichtungen und KindertagespflegeIV. 1 Kosten betrieblicher Kindertageseinrichtungen45IV. 1.1Investitionskosten45IV. 1.2Laufende Betriebskosten45IV. 1.3Einnahmen46IV. 1.3.1 Öffentliche Förderung von Kinderkrippen, Kindergärten undaltersgemischten Gruppen sowie von Schülerhorten 47IV. 1.3.3 Bundesförderprogramm Betrieblich unterstützte Kinderbetreuung47IV. 2 Kosten der KindertagespflegeV.47IV. 1.3.2 Elternbeiträge47IV. 2.1Kindertagespflege in Räumen des Unternehmens48IV. 2.2Öffentliche Förderung und infrastrukturelle Begleitung von Tagespflegepersonen48IV. 2.2.1 Vermittlung, Beratung und Begleitung48IV. 2.2.2 Gewährung einer laufenden Geldleistung an die Tagespflegeperson48IV. 2.2.3 Förderung der Investitionskosten48IV. 2.2.4 Kostenbeteiligung der Eltern für in Kindertagespflege betreute Kinder49IV. 2.2.5 Aktionsprogramm Kindertagespflege - Förderung von Festanstellungsmodellen49Rechtliche FragestellungenV. 1 Möglichkeiten der Rechtsformen der Träger 49VI. Steuerrechtliche FragestellungenVI. 1 Steuerbegünstigungen50VI. 2 Die umsatzsteuerliche Behandlung gemeinnütziger Vereine50VI. 3 Arbeitgeberzuschüsse als abzugsfähige Zuwendungen51VI. 4 Arbeitgeberzuschüsse als Betriebsausgaben52VI. 5 Einkommensteuerliche Behandlung von Arbeitgeberzuschüssen52VI. 6 Kindertagespflege52VII. Anhang

Möglichkeiten der betrieblich unterstützten KinderbetreuungI. Möglichkeiten derbetrieblich unterstütztenKinderbetreuungBetriebe haben viele Möglichkeiten, um sich im Bereich der Kin-I. 1 Kindertageseinrichtungenderbetreuung zu engagieren: Die Palette reicht dabei von betriebseigenen Einrichtungen bis hin zu Modellen in anderer Träger-Bei allen im Folgenden beschriebenen Modellen empfiehlt es sichschaft, die mehr oder weniger umfassend von den Unternehmendringend, vor jeder detaillierten Planung den Kontakt zur Kom-unterstützt werden. Hinzu kommen temporäre Maßnahmen, wiemune und dem KVJS-Landesjugendamt zu suchen. Im Vorfeld istFerienbetreuung oder reine Serviceangebote ohne Betriebserlaub-abzuklären, welche rechtlichen Rahmenbedingungen einzuhaltennispflicht. Betrieblich unterstützte Kinderbetreuung ist mit unter-sind, welche Unterstützungs- und Finanzierungsmöglichkeitenschiedlichen Kosten verbunden, deshalb wird auch der Umfangseitens der Kommune möglich sind, welche weiteren Partner insdes betrieblichen Engagements unterschiedlich ausfallen. JedeBoot geholt werden müssen und mit welchem Zeitrahmen für dieForm einer betrieblichen Unterstützung bei der Kinderbetreuungnotwendigen Genehmigungen und Bewilligungen zu rechnen ist.muss auch zu den jeweiligen individuellen Unternehmensstrukturen und dem Bedarf der Belegschaft passen.Betriebliche Kinderbetreuungsplätze oder andere Betreuungsmöglichkeiten zu schaffen ist oft ein zeit- und personalaufwändiger Prozess. Für manche der hier vorgestellten Möglichkeitenempfiehlt es sich, frühzeitig Fachleute zu Rate zu ziehen oder einen externen Träger mit hinzu zu ziehen oder zu beauftragen. DieZusammenarbeit mit auf Kinderbetreuung spezialisierten Dienstleistern hat den Vorteil, dass diese die erforderliche Kompetenzfür eine professionelle Abwicklung des Antragsverfahrens haben.Die in diesem Leitfaden enthaltenen Tipps haben keine Rechtsverbindlichkeit.5

6Möglichkeiten der betrieblich unterstützten Kinderbetreuung00 Beispiel: Kinderkrippe Volz KIDZBetriebsform/Träger der KinderbetreuungI. 1 KindertageseinrichtungenTräger der Einrichtung ist die Firma Volz. Sie übernimmteinen Großteil der Kosten und stellt die Räumlichkeitenzur Verfügung.I. 1.1 Gründung einer betriebseigenen K indertageseinrichtung. Das Unter nehmen ist Träger der EinrichtungVolz Gruppe GmbHDas Unternehmen kann eine eigene ergarten,Einrichtung,Die Volz Gruppe stellt hochwertige Komponenten fürSchülerhort) gründen und betreiben. Der Betrieb einer eigenenHydraulik her und ist eines der führenden europäischenKindertageseinrichtung bietet den Unternehmen vor allem denUnternehmen im Bereich der nstraße 6, 78586 DeilingenVorteil, den Bedarf des Unternehmens unmittelbar umzusetzen.Mitarbeiterstruktur:Eine derartige Einrichtung steht in erster Linie nur Kindern von220 Mitarbeiter/-innen in DeilingenFirmenangehörigen offen. Das Unternehmen ist Träger der Kin-(340 Mitarbeiter weltweit)dertageseinrichtung. Es finanziert die Investitions- und Betriebskosten und legt fest, ob und in welcher Höhe Elternbeiträge er-Art des Angebots:hoben werden. Im Zeitraum von 2008 bis 2014 können solcheBetriebseigene Kinderkrippe Volz KIDZ (Kleinkinderbe-Einrichtungen zur Betreuung von unter dreijährigen Kindern auftreuung), die öffentlich zugänglich ist. Zusätzlich Ferien-Antrag Investitionszuschüsse im Rahmen der Verwaltungsvor-betreuung für Kindergarten- und Grundschulkinder sowieschrift des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport zur Umset-4x wtl. Hausaufgabenbetreuung für Grundschulkinder.zung der Investitionsprogramme des Bundes „Kinderbetreuungsfinanzierung“ 2008-2013 und nnen:2013-2014 (VwV Investitionen Kleinkindbetreuung) vom 21.FrauFebruar 2013, geändert am 14. Juli 2013 (GABl. S. 186), zuletztTelefon: 0 74 26 939 - 444, E-Mail: ndert durch Verwaltungsvorschrift vom 13.01.2014 (GABl. S.16), erhalten (siehe Anhang I. 5). Diese Einrichtungen unter-Anzahl der Kinder: Derzeit 20 Krippenplätze 25 Plätzeliegen auch dem Geltungsbereich des Kindertagesbetreuungsge-in der altersgemischten Gruppesetzes (KiTaG) in der Fassung vom 19. März 2009, zuletzt geändert durch Gesetz vom 15. Mai 2013 (GBl. S. 93), und sind nachAlter der Kinder:dessen Bestimmungen förderfähig (siehe Anhang I. 3).Zwischen sechs Monaten und drei Jahren in der Krippeund 3 bis 10 Jahre in der altersgemischten GruppeDer Betrieb stellt die pädagogischen Fachkräfte ein, bestimmt daspädagogische Konzept sowie die Öffnungszeiten und ist zuständigÖffnungszeiten:für Verwaltung und Geschäftsführung der Kindertageseinrich-Montags bis freitags von 7:30 Uhr bis 17:00 Uhr mittung. Auch für betriebliche Einrichtungen gilt der gesetzlicheflexiblen Bring- und Abholzeiten; ganzjährig geöffnet Auftrag hinsichtlich pädagogischer Ziele und Qualitätssicherung.(keine Schließungstage, außer zwischen Weihnachten Das Unternehmen bedarf für den Betrieb der Einrichtung vor de-und Neujahr)ren Eröffnung einer Betriebserlaubnis durch das KVJS-Landesjugendamt. Das Eigenengagement des Unternehmens ist bei dieserAnzahl und Qualifikation der Betreuerinnen:Lösung sehr hoch zu veranschlagen.9 pädagogische FachkräfteL BEISPIEL

70Elternbeitrag:Die Kinderkrippe Volz KIDZ steht nicht nur den Kindern derFaire Elternbeiträge:Teilzeitplätze ab 96,00 Euro / Monat,Volz-Mitarbeiter/-innen offen, sondern ist eine öffentlicheab 187,00 Euro / Monat GanztagsbetreuungEinrichtung, die von Kindern aus Gemeinden der LandkreiseTuttlingen und Balingen in einem Einzugsgebiet von fast 30Werdegang von den ersten Überlegungen bis heute:km besucht wird. Die Nachfrage ist stetig gewachsen.Angefangen hat alles mit fünf Kindern und zwei Erzieherinnenin der Einliegerwohnung der Inhaber. Die Familie Fleig hatteProbleme/Erfahrungen:für ihren kleinen Sohn eine Betreuungsmöglichkeit gesucht.Besonders erwähnenswert ist die Tatsache, dass der Fir-Mitarbeiter/-innen des Unternehmens befanden sich in einerma Volz bei der Inbetriebnahme der Kinderkrippe keinerleiähnlichen Situation. So lag die Idee, eine eigene Kinderkrippebürokratische Hürden in den Weg gelegt wurden. Von allenins Leben zu rufen, sehr nahe.Seiten hat die Firma Volz Unterstützung erfahren – von derGemeinde und von verschiedenen Ämtern.Seit der Eröffnung im Herbst 2005 ist die Gruppe inzwischenauf zwanzig Kinder im Alter zwischen sechs Monaten undDer große Erfolg der Kinderkrippe kam überraschend. Mitdrei Jahren angewachsen. Inzwischen wurden auch neue,einer solch großen Nachfrage hatte anfangs niemand ge-moderne Räumlichkeiten im Firmengebäude der Firma Volzrechnet. Das Engagement der Firma zahlte sich auch in zweibezogen, die speziell für die Bedürfnisse der Kinder umge-weiteren Bereichen aus: Die Mitarbeiterzufriedenheit, diebaut wurden.Fachkräftegewinnung und der Imagegewinn stiegen an.DEmpfehlungen an andere Unternehmen:Wir können anderen Unternehmen nur empfehlen, solch einen Schritt zu wagen. Sei es in dieser odereiner anderen Form. Selbst hohe Kosten oder Auf wand werden durch die vielen positiven Erfahrungenaufgewogen. V ersuchen Sie es!

8Möglichkeiten der betrieblich unterstützten KinderbetreuungI. 1 KindertageseinrichtungenI. 1.2 Gründung einer betriebseigenenKindertageseinrichtung. Vergabe derTrägerschaft an einen öffentlichen,freien oder privaten TrägerI. 1.3 Betrieblich geförderte Eltern initiativen oder Eltern (-Vereine) als Träger der KindertageseinrichtungBei dieser Variante ist eine Elterninitiative oder ein ElternvereinEine weitere Möglichkeit für Unternehmen besteht darin, sich anbestehend aus Mitarbeiter/-innen eines oder mehrerer Unterneh-einen öffentlichen, freien oder privaten Träger zu wenden und die-men der Träger einer Kindertageseinrichtung. Für die Gründungsem die Trägerschaft der Kindertageseinrichtung zu übertragen.eines Vereins gibt es allgemeinverbindliche Vorgaben.Die Entscheidung über die Art der Trägerschaft hängt maßgeblichEin oder mehrere Unternehmen unterstützen einen gemeinnüt-von den im Unternehmen verfügbaren Zeitressourcen und derzigen (Eltern-)Verein als Träger der Kindertageseinrichtung. Dasvorhandenen Fachkompetenz ab, um den Rechten und PflichtenEngagement der Unternehmen kann bei diesem Modell vielfältigeiner Trägerschaft einer betriebseigenen Kindertageseinrichtungsein:gerecht zu werden. Die Abgabe an einen externen Träger hat dengroßen Vorteil, dass sich das Unternehmen selbst nicht um die erforderlichen Genehmigungen kümmern muss und auch währenddes laufenden Betriebes von Verwaltungsarbeiten entlastet wird.Das Unternehmen hat bei dieser Form der Trägerschaft trotzdem Bereitstellung von Räumen im Unternehmenfür die Kindertageseinrichtung Zuschuss zu den Investitionskosten oder Übernahmeder ersten Investitionskostenweitgehende Einflussmöglichkeiten. Entscheidend ist die Wahl Zuschuss zu den laufenden Betriebsausgabendes richtigen Trägers. Wichtig ist, dass die Konzeption, das pä- Gelegentliche Sachspendendagogische Konzept sowie die sonstigen Rahmenbedingungen Erlaubnis, dass notwendige Besprechungen despassgenau zwischen Unternehmen und Träger abgestimmt undElternvereins während der Arbeitszeit stattfinden.vertraglich festgelegt sind. Ebenso ist festzulegen, welche finanziellen Leistungen das Unternehmen übernimmt.Welche Unterstützung das Unternehmen leisten will, hängt imWesentlichen vom Bedarf und von der Bereitschaft des Unter-Um den richtigen Träger zu finden, empfiehlt es sich, zunächstnehmens ab.mögliche Träger, die bereits am Ort tätig sind, anzusprechen(Kommune, Kirchengemeinde, sonstige freie Träger). Alterna-Der Elternverein setzt sich vorrangig aus Mitarbeiter/-innen dertiv können Angebote von freien oder privaten Anbietern bzw.Unternehmen zusammen, es können aber auch andere Eltern inDienstleistern eingeholt werden, die ebenfalls die Trägerschaftden Verein aufgenommen werden.übernehmen können. Die finanzielle Beteiligung kann sehr unterschiedlich sein. In der Regel beteiligt sich das Unternehmen anDer Verein ist zuständig für die Belange der Kindertageseinrich-den Investitions- und Betriebskosten.tung und trägt die organisatorische Verantwortung. Eine kontinuierliche Vereinsarbeit muss deshalb sichergestellt werden.L BEISPIEL

900 Beispiel: element-i-Kinderhaus GlühwürmchenBetriebsform, Träger der Kinderbetreuung:Betriebseigene Kindertagesstätte der Firma Eberspächer mitprivatem TrägerDer Trägerverein Kind und Beruf e.V. mit Sitz in Stuttgart hatsich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zum Ziel gesetzt.Mit Unternehmen und Kommunen ist er am Aufbau von Kindertagesstätten beteiligt und übernimmt deren Trägerschaft.Fa. EberspächerEberspächerstraße 24, 73730 EsslingenDas UnternehmenAnzahl der Plätze:Der Automobilzulieferer mit weltweit rund 7.500 Be-Das Kinderhaus bietet insgesamt 40 Plätze.schäftigten stellt Produkte zur Abgastechnik, Fahrzeugheizungen oder Klimasysteme her. In Esslingen arbeitenAlter der Kinder:1.500 Menschen.Die Kinder sind zwischen einem Jahr und sechs Jahren alt.Über das KinderhausPersonelle BesetzungDamit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen kurzenDiese richtet sich nach dem jeweils gültigen Personalschlüs-Weg zu ihren Kindern haben, befindet sich die betriebsei-sel. Die Verteilung des Mittagessens und die Zubereitung desgene Kita im dritten Obergeschoss des Service CentersVespers werden – soweit möglich – unter Einbeziehung derder Firma Eberspächer. Die Kinder werden im Alter zwi-Kinder von den Erzieherinnen und Erziehern übernommen.schen ein und sechs Jahren in einem offenen, altersübergreifenden Konzept gemeinsam betreut. Das KinderhausPädagogisches Konzept element-iist sehr großzügig und warm gestaltet. Die hellen RäumeUnsere pädagogische Arbeit in unseren Kindertagesstättenmit bodentiefen Fenstern lassen viel Licht in die Einrich-ist überkonfessionell, an demokratischen Grundwerten orien-tung fließen. Im Werkraum, im Matschraum oder im Rol-tiert und beruht auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft.lenspielzimmer können die Kinder all ihre Sinne entfaltenUnsere Prinzipien sind in unserem element-i-Leitbild festge-und ihren Interessens- und Forscherdrang ausleben. Diehalten; darauf baut auch unsere element-i-Pädagogik auf, inTerrasse mit einem Holzpiratenschiff und Rutsche, zweidie wir regelmäßig neue Erkenntnisse einarbeiten.Sandkästen, einer Hütte und einem Blumenbeet bietetWir schaffen für die Kinder eine Umgebung mit einer gesun-den Kindern Herausforderungen und viel Platz.den Balance zwischen Anregung, Herausforderung und Gestaltungsfreiraum sowie Halt und Sicherheit. Im VordergrundArt des Angebotsstehen die Bedürfnisse der Kinder. Wir bieten ihnen RaumDie Einrichtung ist von 7:15 bis 17:45 Uhr geöffnet. Inner-zum Spielen und zum Forschen, zum Toben und zum Ausru-halb dieses Zeitraums werden Kinder ganztags oder flexi-hen. Wir geben einen Rahmen, in dem Kinder mit Freundenbel 30 Stunden pro Woche nach individueller Vereinbarungdie Welt entdecken oder sich alleine auf etwas konzentrierenbetreut. Außerdem werden Halbtagsplätze ohne Mittages-und eigene Begabungen entfalten können. Gleichzeitig bringtsen (ca. 4,5 Stunden mit Abholung vor dem Mittagessen)oder Halbtagsplätze mit Mittagessen (ca. 5,5 Stunden mitAbholung nach dem Mittagessen) angeboten. Fortsetzung

10Möglichkeiten der betrieblich unterstützten Kinderbetreuung00 Beispiel: KinderkrippeKrabbelkäfer e.V.Betriebsform/Träger der Kinderbetreuung: FortsetzungDDie Einrichtung geht auf eine von Mitarbeiter/-innen derEmpfehlungen anRoche Diagnostics GmbH gegründete Elterninitiativeandere Unternehmen:zurück, den Krabbelkäfer Verein. Träger der Einrichtungist die Kinderkrippe Krabbelkäfer Mannheim gGmbH,Wir empfehlen interessierten Unternehmen bei derderen einziger Gesellschafter der Krabbelkäfer e.V. ist.Suche nach geeigneten Räumlichkeiten und Kooperationsmöglichkeiten eine enge Zusammenarbeit mit derzuständigen Kommune. Eventuell gibt es bereits geeignete, aber ungenutzte Räumlichkeiten, die von der Kommune angemietet oder übernommen werden können.Die Umbaukosten dürften wesentlich kostengünstigersein als ein Neubau. Der Erfahrungsaustausch sowohlMitarbeiterstruktur Roche Diagnostics GmbH:mit Unternehmen, die bereits eine Betreuungseinrich-Mitarbeitende insgesamt: ca. 12.000, davon rund 45% Frauentung haben, als auch mit den Einrichtungen selbst istsehr wichtig. Hier gibt es wichtige Informationen zu Kon-Branche: Pharma, Diagnostikazepten, über die Kosten und den tatsächlichen Aufwand.Die Möglichkeit einer Elternbeteiligung senkt nicht nurArt des Angebots:die Betriebskosten, sondern erhöht auch die AttraktivitätDie Kinderkrippe Krabbelkäfer bietet eine umfassende Betreu-der Einrichtung an sich, da sich für die Eltern eine Fülle anung und kompetente Förderung für Kinder unter drei JahrenGestaltungsmöglichkeiten bieten.an. Das pädagogische Konzept basiert zum einen auf der liebevollen, individuellen Betreuung der kleinen Krabbelkäfer undEine weitere Empfehlung: Gestalten Sie die Betreu-zum anderen auf der frühkindlichen Förderung. Mittels projekt-ungszeiten so flexibel wie möglich, damit sie zu denorientierten Angeboten aus den Bereichen Sprache, Bewegung,Bedürfnissen des Unternehmens einerseits passenKreativität und Musik werden Themen aus der Lebenswelt derund die Wünsche der Eltern andererseits berücksich-Kinder aufgegriffen. Naturerlebnistage in Form von regelmä-tigen.ßigen Waldtagen runden das vielfältige Angebot für die kleinenKrabbelkäfer ab. Der Kinderkrippe ist es darüber hinaus wich-PWegen einer Betriebserlaubnis sollte möglichsttig, dass die Eltern in die tägliche Arbeit einbezogen werden.frühzeitig mit dem KVJS-Landesjugendamt KontaktIn Form von Elterndiensten übernehmen sie viele Aufgabenaufgenommen werden. Eine Inbetriebnahme ohneselbst. Die Kinderkrippe Krabbelkäfer bietet eine Ganztagsbe-Betriebserlaubnis ist nicht möglich.treuung an fünf Tagen pro Woche an. Die Eltern können auchzwischen einer Betreuung an drei Tagen oder zwei Tagen proWoche wählen.ein strukturierter Tagesablauf mit Impuls- und Freispielpha-Ansprechpartnerin:sen, Sing- und Gesprächskreisen die Orientierung gebendenKrabbelkäfer e.V.Grenzen, die Kinder brauchen, um sich optimal zu entwickeln.Vorstandsvorsitzender: Herr Paul chpartnerin des TrägervereinsKinderkrippe Krabbelkäfer gGmbH:Regina ButzGeschäftsführerin: Frau Ines SeegerTelefon: 07 11 65 69 60-12Telefon: 06 21 82 03 - 970E-Mail: er-mannheim.deAnzahl der Kinder:50 Krippenplätze stehen zur Verfügung: Dreißig Plätze für fünfTage pro Woche, zehn Plätze für drei Tage pro Woche, zehnPlätze für zwei Tage pro Woche.

11Kinderkrippe KrabbelkäferBromberger Baumgang 10, 68307 lkaefer-mannheim.deAlter der Kinder:Probleme/Erfahrungen:Es werden Kinder im Alter von acht Wochen bis drei JahrenGrundvoraussetzung für die Gründung einer Kinderkrippe aufbetreut.der Basis einer Elterninitiative sind engagierte Eltern, die sichehrenamtlich in ihrer Freizeit für ein solches Projekt einsetzenÖffnungszeiten:und bereit sind, sich in neue Themenfelder einzuarbeiten (z.B.Von Montag bis Freitag ist die Krippe von 7:30 Uhr bis 18:00Pädagogik, Vereinsrecht, Personalführung). Außerdem ist einUhr geöffnet – auch in den Ferienzeiten. Das sehr flexibel ge-motiviertes Betreuungsteam notwendig, das die Gründung einerhaltene Betreuungsmodell und die ausgedehnten Öffnungs-neuen Einrichtung als Chance empfindet. Denn auch nach derzeiten passen sich den Bedürfnissen berufstätiger Eltern an.Eröffnung 2005 dauerte es noch zwei Jahre, bis alle Abläufe undStrukturen vollends implementiert waren. Ein eingespieltes Be-Anzahl und Qualifikation der Betreuer-/innen:treuungsteam und eine optimale Besetzung von KrippenleitungUm dem Anspruch an qualitativ hochwertigen Krippenplätzenund Geschäftsleitung tragen erheblich zur Entlastung des Vor-gerecht zu werden, beschäftigt die Kinderkrippe Krabbelkäferstands der Elterninitiative bei.hauptsächlich ausgebildete Pädagoginnen und Erzieherinnen.Derzeit sind knapp 20 Mitarbeiter/-innen in Voll- und Teilzeitbei den Krabbelkäfern beschäftigt, davon eine pädagogischeLeiterin, eine Geschäftsführerin und vier Gruppenleiterinnen.DWerdegang von den ersten Überlegungen bis heute:Die Gründung einer Kinderkrippe sollte Chefsache und so-Der Verein Krabbelkäfer e.V. wurde im Oktober 2005 aufmit Thema der Geschäftsführung sein. Entscheidend istBasis einer Elterninitiative gegründet. Der erste Anstoß zureine frühzeitige Kontaktaufnahme mit der Kommune oderGründung kam von der Firma Roche Diagnostics GmbH. Derdem KVJS-Landesjugendamt durch die GeschäftsleitungTräger Krabbelkäfer e.V. konnte die Kinderkrippe mit anfangssowie die Unterstützung der Eltern in sämtlichen Bereichenzwei Gruppen dank der Unterstützung des Unternehmens,wie Finanzierung, Organisation und Kommunikation.der Stadt Mannheim und des Landes Baden-Württemberg innur wenigen Monaten realisieren.Um der steigenden Nachfrage nach qualitativ hochwertigenBetreuungsplätzen gerecht zu werden, wurde im Jahr 2013ein neues, modernes Gebäude mit nunmehr vier Gruppenerrichtet, das speziell auf die Anforderungen der Kleinkindbetreuung ausgerichtet ist. Für die Erweiterung wurde dieTrägerschaft auf die neu gegründete Krabbelkäfer gGmbHübertragen. Das neue Gebäude wurde mit öffentlichenMitteln sowie durch Fördermittel von Roche realisiert. DerSchwerpunkt der Arbeit liegt auch zukünftig in der möglichstindividuellen Frühförderung der kleinen Krabbelkäfer mit ausgewählten Angeboten.Empfehlungen an andere Unternehmen:

12Möglichkeiten der betrieblich unterstützten Kinderbetreuung00 Beispiel: Betriebliche KindertagesstätteHeidehüpferFür Mitarbeitende der Robert Bosch Stiftung GmbH, derI. 1 KindertageseinrichtungenHoltzbrinck Publishing Group und des EvangelischenOberkirchenrats Urbanstr. 40, 70182 StuttgartBetriebsträger:Evangelische Gesamtkirchenpflege StuttgartI. 1.4 Überbetriebliche Kooperationmehrerer UnternehmenJägerstr. 14 – 18, 70174 Stuttgart, Tel.: 0711 20 68-160Eine Kooperation mehrerer räumlich nahe gelegener Unternehmen, zum Beispiel in einem Gewerbegebiet, stellt eine weitereDie Unternehmen, Träger der Kinderbetreuung:Möglichkeit dar, betrieblich unterstützte Kinderbetreuung zu or-Holtzbrinck Publishing Groupganisieren. Bei diesem Modell schließen sich mehrere Unterneh-Robert Bosch Stiftung GmbHmen zusammen, um gemeinsam eine Kindertageseinrichtung zuEvangelischer Oberkirchenrat Stuttgarterrichten und zu führen. Jedes Unternehmen sichert sich ein anden betrieblichen Bedürfnissen orientiertes Belegungskontingent.Art des Angebotes:Die Kostenbeteiligung wird gemäß diesem Anteil festgelegt. EsKindertagesstätte, Ganztagesbetrieb von Montag bis Freitag.empfiehlt sich, dass die Unternehmen gemeinsam einen Träger-Aufnahme der Kinder nach einvernehmlichem Trägerent-verein gründen, der die Koordination zwischen den Beteiligtenscheid.übernimmt (zum Beispiel als Elternverein mit Mitgliedern ausDas Engagement der Eltern ist den Trägern sehr wichtig. Dieden beteiligten Unternehmen). Alternativ übernimmt ein Un-Eltern engagieren sich in zwei Gruppen: Die Konzeptionsgrup-ternehmen die führende Rolle als Träger der Einrichtung undpe erstellt mit Hilfe einer Fachberaterin der Evangelischenschließt mit den kooperierenden Unternehmen einen VertragGesamtkirchengemeinde Stuttgart ein Erziehungs- und Lern-über die Nutzung der Einrichtung ab.konzept in Abstimmung mit den Trägern. Die Dekogruppeschafft mit geringem finanziellen Aufwand eine beachtlicheAllerdings zeigt die Praxis, dass ein reiner Unternehmensverbundkinderfreundliche Atmosphäre.erhebliche organisatorische Anforderungen bei der Errichtung derbetrieblich unterstützten Kindertageseinrichtung zu bewältigenAnsprechpartnerinnen:hat. Fragen des Standorts, des Platzkontingents und der jeweiligenIn der Einrichtung:Frau Ernst, 0711 42 07 17 03finanziellen Beteiligung sind von den Kooperationspartnern imFachbereichsleitung:Frau Köber, 0711 20 68-170Vorfeld jeweils betriebsintern zu klären. Eine enge Kooperationder Beteiligten und genaue vertragliche Regelungen über die Be-Anzahl der Kinder:legungsrechte und die Finanzierung sind unerlässlich.15 (fünf je Unternehmen)L BEISPIEL

13Alter der Kinder:Werdegang:Null bis drei JahreMit dem Beschluss zur Gründung einer gemeinsamen betrieblichen Kindertagesstätte beginnt im April 2007 die SucheÖffnungszeiten:nach geeigneten Räumlichkeiten in der Nähe der drei Unter-Montag bis Freitag 7:30 Uhr – 16:30 Uhrnehmen. Gleichzeitig kann die Evangelische Gesamtkirchen-Warmes Mittagessengemeinde Stuttgart als Betreiber gewonnen werden. Dieser19 SchließtageBetreiber bringt aus der Arbeit in über 100 eigenen Kitas jahrelange Erfahrung und hervorragende Kompetenz mit.Anzahl und Qualifikation der Betreuerinnen:Im Dezember 2007 genehmigt der Gemeinderat StuttgartZwei Erzieherinnen in Vollzeit, eine Sozialpädagogin in Voll-die Bezuschussung. Als kleiner Wermutstropfen bleibt derzeit, eine Kinderpflegerin in Teilzeit (55 %), eine StudentinGrundsatz, betriebliche Kitaplätze nur zu 60 statt der ange-mit Studium Frühpädagogik (20 %), eine PIA (Praxisinte-strebten 80 Prozent und nur für Stuttgarter Kinder zu fördern.grierte Ausbildung zum/zur Erzieher/-in, drei Mal pro WocheIm Juni 2008 entscheiden sich die Träger, das Angebot derin Schule)Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Stuttgart anzunehmen, einen stillgelegten Schülerhort in der GablenbergerInvestitionskosten, BetriebskostenHauptstraße 92 wiederzubeleben und umzubauen. Die dreiFinanzielle Starthilfe erfolgt durch eine AnschubfinanzierungTräger und der Betreiber schließen im Juli 2008 einen Vertrag.der Träger. Langfristig soll sich der laufende Betrieb aus denDie Träger und der Betreiber haben die Eltern bewusst in dieöffentlichen Zuschüssen und den Elternbeiträgen – derzeitKonzeptentwicklung und Umsetzung miteinbezogen. Eine250 Euro zuzüglich 60 Euro Essensgeld – finanzieren. Rei-Konzeptionsgruppe erstellt mit den Trägern mit Hilfe einerchen die Zuschüsse nicht aus, ist das Defizit von den TrägernFachberaterin der Evangelischen Gesamtkirchengemeindezu übernehmen.Stuttgart ein Erziehungs- und Lernkonzept. Einer Dekogruppegelingt es, eine kinderfreundliche Atmosphäre zu schaffen.Da die Räumlichkeiten in der Gablenberger Hauptstraßenur als Übergangslösung zur Verfügung stehen, beginnt dieschwierige Raumsuche. Fünf Objekte werden geprüft undentweder nicht genehmigt, Vermieterzusagen zurückgezogen, oder der Umbau wird zu teuer.Nach vier Jahren Suche stellte 2012 die Evangelische Stiftskirchengemeinde Teile des Gemeindehauses in der Urbanstraße zur Verfügung. Der Umbau des einstigen Gemeindehauses begann im September 2012. Bruchsichere Fensterwurden eingebaut, der Brandschutz verbessert und neueAusgänge geschaffen. Am 18. März 2013 war feierliche Einweihung.

14Möglichkeiten der betrieblich unterstützten Kinderbetreuung00 Beispiel: SICK AGI. 1 KindertageseinrichtungenI. 1.5 Kooperation zwischen Unter nehmen und Kommune bei Planung,Errichtung und Betrieb einer Kinder tageseinrichtungSICK AGErwin-Sick-Straße 1, 79183 WaldkirchUnternehmensgegenstandWenn das oben beschriebene Modell mit einem eigenen Ver-SICK ist einer der weltweit führenden Hersteller von Sen-ein aus unterschiedlichen Gründen nicht in Frage kommt,soren und Sensorlösungen für industrielle Anwendungen.bietet

Dargestellt an den Beispielen Eberspächer, Esslingen und Kinderkrippe Krabbelkäfer e.V., Mannheim 8 . Volz-Mitarbeiter/-innen offen, sondern ist eine öffentliche Einrichtung, die